1.000 Stunden Laufzeit Montag, 08.02.2016
Jülicher Forscher entwickeln kosteneffektive Energiespeichermethoden
Im Projekt Ekolyser entwickeln Wissenschaftler des
Forschungszentrums Jülich zusammen mit Partnern aus
Wissenschaft und Industrie Methoden für die Produktion von
Wasserstoff mittels Elektrolyse von Wasser. In einer neuen
Testanlage erprobten sie robustere und kostengünstige
Werkstoffe. Der Prototyp hat nun seine vorgesehene Laufzeit
von 1000 Stunden erreicht. Bis 2020 soll die entwickelte
Technologie für die breite Anwendung einsatzfähig sein.
Der
Elektrolyseur besteht aus zwei Halbzellen, die durch eine
protonendurchlässige Polymermembran getrennt sind. Beide
Seiten der Membran sind mit dünnen Edelmetall-Schichten
versehen die als Elektroden dienen. An diesen wird eine
äußere Spannung angelegt, und die Halbzelle auf der
Anodenseite wird mit Wasser geflutet. Die katalytische
Wirkung der Elektroden führt zur Zersetzung des Wassers: Es
entstehen Sauerstoff, freie Elektronen und positiv geladene
Wasserstoff-Ionen (Protonen). Die Ionen treten durch die
Membran, und kombinieren mit den Elektronen zu Wasserstoff.
Für ein effizientes System werden mehrere dieser Zellen in
sogenannten Stacks hintereinander geschaltet. Dünne Platten
aus porösem Titan (hellgrau) dienen als Stromkollektoren und
Separatoren zwischen den einzelnen Zellen eines solchen
Stacks. Sie wurden im Ekolyser-Prototyp durch strukturierte
Edelstahlbleche ersetzt.
Im Gegensatz zu anderen
Elektrolysearten benötigt die PEM-Elektrolyse keine
bedenklichen Chemikalien. Sie ist außerdem leistungsfähiger:
Ihr Nachteil ist der hohe Preis. Der Wirkungsgrad beträgt
derzeit rund 70 Prozent. Der hergestellte Wasserstoff
ist zu teuer, insbesondere die als Katalysatormaterial und
Separatoren verwendeten Edelmetalle treiben den Preis in die
Höhe. Der Edelmetallanteil in den Katalysatorbeschichtungen
und Separatorplatten soll stark reduziert oder sogar
vollständig durch preiswertere Materialien ersetzt
werden. Die aktive Fläche der einzelnen Zellen des
derzeitigen Prototypen beträgt 300 cm2, in einem geplanten
neuen Zellstapel sollen es 1000 cm2 pro Zelle werden. Damit
ließe sich dann schon mehr als ein Megawatt elektrischer
Leistung in Wasserstoff wandeln und speichern. Zum
Vergleich: die Nennleistung großer Windenergieanlagen liegt
etwa zwischen zwei und sieben Megawatt.

Bild: Forschungszentrum Jülich - Schematischer
Aufbau eines PEM-Elektrolyseurs
08.02.2016
KK