Hocheffizienter Schwermetall-Filter Dienstag, 16.02.2016
ETH-Forscher entwickeln ein neuartiges Wasserfiltersystem, das bisherigen Systemen in vielerlei Hinsicht überlegen ist.
Es entfernt aus dem Wasser höchst effizient verschiedene
giftige Schwermetall-Ionen und radioaktive Substanzen und
lässt sich erst noch für die Wiedergewinnung von Gold
nutzen.
Bisherige Methoden, mit denen etwa
Schwermetalle aus dem Wasser entfernt werden, sind entweder
zu spezifisch auf ein bestimmtes Element ausgerichtet oder
die Filterkapazität ist zu klein. Zudem sind bisherige
Lösungen oft auch zu teuer. Abhilfe schaffen könnte nun eine
neuartige Hybrid-Filtermembran aus kostengünstigen
Rohstoffen wie Molkeproteinfasern und Aktivkohle.
Schwermetallionen lassen sich bereits mit nur einem
Durchgang durch die Filtermembran fast vollständig aus dem
Wasser entfernen. Kern des Filtersystems ist eine neuartige
Hybridmembran aus Aktivkohle und steifen, zähen Fasern aus
Molkeprotein. Die beiden Komponenten sind günstig erhältlich
und ohne großen Aufwand herzustellen.
Diese
Hybridmembran nimmt verschiedene Schwermetalle auf, und zwar
unspezifisch. Dazu zählen industriell relevante Elemente wie
Blei, Quecksilber, Gold oder Palladium. Sie absorbiert aber
auch radioaktive Substanzen wie Uran oder Phosphor-32, die
bei radioaktivem Abfall oder für bestimmte Krebstherapien
relevant sind. Überdies eliminiert die Membran hochgiftige
Metall-Cyanide aus dem Wasser. Zu dieser Stoffklasse zählt
Gold-Cyanid, das die Elektronikindustrie häufig für die
Herstellung von Leiterbahnen auf Platinen braucht. Das
Edelmetall lässt sich dank dieser Membran herausfiltern und
auf einfache Weise zurückgewinnen. Damit könnte das
Filtersystem dereinst auch einen wichtigen Beitrag zum
Gold-Recycling leisten.
Bei Tests mit
Quecksilberchlorid etwa sank die im Filtrat vorhandene
Quecksilberkonzentration um mehr als 99,5 Prozent. Noch
effizienter absorbierte die Hybridmembran eine giftige
Kalium-Gold-Cyanid-Verbindung oder Blei-Salze: Erstere
wurden zu 99,98 Prozent in der Membran gebunden, letztere zu
99,97 Prozent. Vom radioaktiven Uran wurden durch die
Filtration 99,4 Prozent der ursprünglichen Konzentration
gebunden.
Bild: ETH Zürich/R. Mezzenga/S.
Bolisetty - Gold, das aus verschmutztem Wasser
zurückgewonnen wurde.
16.02.2016
KK