Erdgasnetz für Wasserstofftransport Sonntag, 01.05.2016
Wasserstoff gewinnt heute vor allem deshalb an Bedeutung, weil er eine Möglichkeit bietet, überschüssige elektrische Energie aus erneuerbaren Energieträgern zu speichern.
Ein flächendeckendes Netz an Wasserstoff-Tankstellen gibt es
allerdings noch nicht. Entweder man gewinnt den Wasserstoff
direkt vor Ort durch Elektrolyse, was nicht sehr effizient
ist, oder man muss ihn aufwändig und teuer anliefern, zum
Beispiel in großen Drucktanks.
Eine Alternative wäre es, das vorhandene Erdgasnetz für den
Wasserstoff Transport zu verwenden. Die Einspeisung des
Wasserstoffs ins Erdgasnetz ist technisch kein Problem, und
der gewöhnliche Erdgaskunde bemerkt davon gar nichts – wer
allerdings Wasserstoff haben will, kann ihn nach einem von
der TU Wien entwickelten Verfahren gezielt aus diesem
Erdgas-Wasserstoffgemisch herausfiltern.
An der
TU Wien
wurde ein zweistufiges Verfahren (HylyPure®) entwickelt: Mit
Hilfe von Membranen, die zwar den Wasserstoff, nicht aber
größere Moleküle passieren lassen, kann die
Wasserstoffkonzentration zunächst auf 20-50% erhöht werden.
Danach wird dieses Mischgas in einem
Druckwechsel-Adsorptionsverfahren weiter gereinigt, indem
andere Moleküle (etwa Methan) gezielt von porösen
Materialien adsorbiert werden. Das Verfahren funktioniert
auch bei hohem Druck von bis zu 60 bar, es kann daher auch
am übergeordneten Gasnetz angewendet werden. Das Endprodukt
ist Wasserstoff mit einem Reinheitsgrad von bis zu 99,97%
, sodass er danach direkt für Brennstoffzellen benutzt
werden kann.
Die Technik kommt mit 8% bis 12% der elektrischen Energie
aus, die man zur Herstellung des Wasserstoffes mittels
Elektrolyse benötigen würde. Bereits ab einem
Wasserstoffanteil von 1% im Erdgasnetz lässt sich mit der
Methode der TU Wien hochreiner Wasserstoff herausfiltern,
bei höheren Wasserstoffkonzentrationen steigt die Effizienz.
Bild: TU Wien - Versuchsanlage zur Filtration von Wasserstoff aus einem Gemisch mit Erdgas
1.5.15
AK