Verarbeitungsinfos zu Biokunststoffen Dienstag, 03.05.2016
Ab heute online – Datenbank zur Verabeitung von Biokunststoffen gefüttert mit Ergebnis aus drei Jahren Forschung, gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).
Konventionelle Kunststoffe werden trotz jahrzehntelanger Forschung immer wieder optimiert und sind bereits in nahezu allen Lebensbereichen zu finden. Biokunststoffe hingegen sind recht neue Werkstoffe mit großem Potenzial und stetig steigender Nachfrage. Mit zunehmender Nachfrage vergrößert sich jedoch die Lücke zwischen den verfügbaren und erforderlichen Informationen zur Verarbeitung dieser neuartigen Werkstoffe.
Vor drei Jahren haben die vier Projektpartner
- IfBB - Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe an der Hochschule Hannover,
- IAP - Fraunhofer Institut für Angewandte Polymerforschung,
- SKZ - Das Kunststoff-Zentrum und
- SLK - Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung an der TU Chemnitz
damit begonnen, den Einsatz von Biokunststoffen in der Praxis genauer zu analysieren und die bestehenden Informationsdefizite unterschiedlichster Verarbeitungsverfahren zu schließen.
Das Ergebnis konnte heute dem Förderer vorgelegt werden: eine kostenlose, frei zugängliche Online-Datenbank, in der der Praktiker Hinweise auf die unterschiedlichsten Verarbeitungsverfahren von knapp 100 biobasierten Kunststoffen erhält. Es stehen Daten zum Compoundieren und Spritzgießen, zum Tiefziehverhalten, zur Faserverstärkung, zum Extrusionsblasformen und zur Flachfolienherstellung zur Verfügung. Weiterhin kamen Füge- und Verbindungstechniken, Fließverhalten, Einfärbbarkeit uvm. auf den Prüfstand.
Eine Übersicht zu den betrachteten Verfahren und untersuchten Materialien beinhaltet die Veröffentlichung „Verarbeitung von Biokunststoffen - ein Leitfaden“.
Das Forschungsprojekt geht jetzt in die zweite Phase. In dieser Phase stehen die Herausforderungen der verarbeitenden Industrie und damit die Praxisnähe noch stärker im Mittelpunkt. Verarbeiter sind daher aufgerufen, sich mit Fragestellungen bezüglich des Einsatzes und/oder der Verarbeitung von Biokunststoffen an die Verbundpartner zu wenden.
Ansprechpartner:
Nuse Lack-Ersöz
IfBB - Institut für Biokunststoffe und
Bioverbundwerkstoffe
Hochschule Hannover
Telefon 0511-9296-2278
E-Mail:
nuse.lack(at)hs-hannover.de
Bild IfBB: Prof. Dr. Endres, IfBB (links) und Dr. Gabriel, FNR
27.4.2016
BB