4.0 im Leichtbau Donnerstag, 29.09.2016
Das Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen stellt auf der K-Messe Anhand von zwei Fertigungszellen die Forschungsleitthemen des Instituts Kunststoffindustrie 4.0 und integrative Kunststofftechnik; Leichtbau sowie additive Fertigung vor – Losgröße 1 in der Serienfertigung.
Mit insgesamt 13 Partnern aus unterschiedlichen Branchen der
Kunststoffindustrie demonstriert das IKV die Umsetzung von
Industrie 4.0 in der Kunststoffverarbeitung anhand einer
Fertigungszelle zur individualisierbaren Produktion von
geschäumten, endlosfaserverstärkten
Kunststoff-Hybridbauteilen. Die gesamte Fertigung ist im
Sinne des Industrie 4.0-Ansatzes vernetzt und ermöglicht
eine lückenlose Dokumentation von der Auftragseinlastung
über die Produktionsdaten bis zur nachgeschalteten
Qualitätssicherung, die für den jeweiligen Kunden einsehbar
ist.
Als Demonstrator dient ein Sportsattel, der
individuell von Schuss zu Schuss lokal verstärkt werden
kann. Dieser besteht aus einem formgebenden PP-LGF-Schaum
und wird wahlweise um UD-Laminate an der Ober- und
Unterseite ergänzt. Die im Schaumspritzgießprozess genutzte
ProFoam-Technologie sorgt für eine materialschonende
Verarbeitung des langglasfaserverstärkten Polypropylens.
Damit gelingt es, große Restfaserlängen im Bauteil zu
erreichen. Weiterhin wird anhand des Demonstrators
aufgezeigt, wie thermoplastische endlosfaserverstärkte
Laminate vollautomatisch in den gut reproduzierbaren
Spritzgießprozess integriert werden können. Der Ansatz
erlaubt es, die gewichtsspezifischen mechanischen
Eigenschaften von FVK-Materialien mit dem
Automatisierungspotenzial des Spritzgießprozesses zu
verbinden. Dadurch wird erstmalig der wirtschaftliche
Einsatz der individuell wirkenden Verstärkungseinleger im
Spritzgießprozess vorgestellt.
Die Messebesucher
können den Produktionsprozess aktiv steuern und sich ein
personalisiertes Bauteil aus den Varianten aussuchen und
fertigen lassen. Dabei können die Produktionsparameter
Schussvolumen, Bauteildicke und Art der Faserverstärkung von
Schuss zu Schuss variiert werden.
Das Projekt
wird an der laufenden Anlage auf dem IKV-Stand Halle 14/C16
vorgeführt. Die beteiligten Projektpartner sind Arburg, ASS,
Georg Kaufmann Formenbau, gwk, Hasco, HRS flow, IOS,
Kistler, Krelus, Motan, Sabic, Sensopart und Stäubli.
Homepage IKV Aachen
Bild: Demonstratorbauteil, individuell lokal
verstärkt (Grafik: IKV)
29.09.2016/BB