Magnet-3D-Druck Montag, 14.11.2016
Das Funktionsprinzip des Magnet-Druckers ist im Grunde dasselbe wie für Kunststoffstrukturen.
An der
TU Wien
entstand der erste 3D-Drucker, mit dem man Objekte aus
magnetischen Materialien herstellen kann. Der Magnet-Drucker
arbeitet mit speziell hergestellten Schnüren aus
magnetischem Mikro-Granulat, das von einem
Kunststoff-Bindematerial zusammengehalten wird. Im Drucker
wird das Material erhitzt und mit einer Düse Punkt für Punkt
an den richtigen Stellen aufgebracht. So entsteht ein
dreidimensionales Objekt, das zu ungefähr 90% aus
magnetischem Material und zu 10% aus Kunststoff besteht.
Das Endprodukt ist zunächst noch nicht magnetisch, weil das
Granulat in unmagnetisiertem Zustand eingebracht wird. Das
fertige Objekt wird erst am Ende einem starken äußeren
Magnetfeld ausgesetzt, dadurch wird es zum
Permanentmagneten. Das ermöglicht komplex geformte Magneten
in einem Größenbereich von wenigen Zentimetern bis zu
Dezimetern, mit einer Genauigkeit von weit unter einem
Millimeter sowie präzise maßgeschneiderte Magnetfelder, wie
man sie etwa für Magnetsensoren benötigt. Unterschiedliche
magnetische Materialien lassen sich verarbeiten.
Das neue Verfahren ist nicht nur schnell und preiswert, es
eröffnet auch Möglichkeiten, die mit anderen Techniken
undenkbar waren: So könnten etwa in einem einzigen Magneten
unterschiedliche Materialien verarbeitet und damit ein
sanfter Übergang zwischen starkem und schwachem Magnetismus
erzeugt werden.
Rückfragehinweis:
Dr. Dieter Süss
Institut für Festkörperphysik
Technische Universität Wien
Wiedner Hauptstraße 8-10, 1040 Wien
T: +43-1-58801-13746
dieter.suess(at)tuwien.ac.at
Bild: TU Wien - Eine becherartige Form (rechts
unten), hergestellt im 3D-Drucker
8.11.16
gefunden von Michael John