Wie man 80t schwere Betonschale aufbläst Montag, 20.02.2017
"Pneumatic Forming of Hardened Concrete (PFHC)" als Anternative zu teuren und aufwändigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt.
Die von der
TU Wien
entwickelte Methode verformt lediglich mit Hilfe eines
Luftkissens und Spannkabeln eine ebene, vollkommen
ausgehärtete Betonplatte zu einer zweifach gekrümmten
Betonschale. Man spart dabei die Schalung und das
normalerweise erforderliche Lehrgerüst ein. Die
ÖBB-Infrastruktur errichtet nun in Kärnten an der
Neubaustrecke der Koralmbahn mit dem neuen Bauverfahren ein
Testbauwerk im Maßstab 1:2. Das Bauwerk kann anschließend
als Veranstaltungsüberdachung genutzt werden.
Eine Betonplatte mit keilförmigen Aussparungen wird am Boden
geschalt und mit Beton ausgegossen. Dabei ist die exakte
geometrische Form der Platte entscheidend für die spätere
Form der Betonkuppel. Anschließend wird diese zu einer
zweifach gekrümmten Betonkuppel verformt, indem ein
darunterliegendes Luftkissen aufgeblasen wird. Am Umfang
angeordnete Spannkabel werden mit Hilfe von hydraulischen
Pressen gespannt, um die entstehende Kuppel zu
stabilisieren. Auf diese Weise können rund 50 Prozent des
Betons und 65 Prozent des benötigten Bewehrungsstahls
einspart werden. Die Testkuppel, die im Auftrag der
ÖBB-Infrastruktur erbaut wird, ist im Endzustand 26,5 m
lang, 19,1 m breit und 4,2 m hoch.
Erst kürzlich konnte der Umformungsprozess der
Testbetonschale in Kärnten erfolgreich durchgeführt werden.
Dabei wurde die 80 t wiegende Betonplatte mit einem
Luftdruck von nur 20-22 Millibar angehoben und zur geplanten
Betonkuppel verformt. Die besonders glatte Oberflächenform
ist einer ausgeklügelten Geometrieoptimierung zu verdanken.
In den folgenden Bauschritten Anfang 2017 erhält die
Kuppel noch eine Aufbetonschicht und wird anschließend
großzügig ausgeschnitten.
Bild: Dipl.-Ing. Wolfgang Reinisch - Betonschale nach dem Umformungsprozess
20.2.17
AK