Neuer Schub für Kunststoffrecycling Mittwoch, 07.06.2017
Die Verabschiedung des Verpackungsgesetzes stößt auf große Zustimmung in der Recyclingbranche.
Der Vizepräsident des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe
und Entsorgung, Herbert Snell, erwartet, dass das Gesetz dem
Recycling von Kunststoffverpackungen einen neuen Schub
bringen kann.
Mit der Verabschiedung des
Verpackungsgesetzes sind die Weichen nach Meinung des bvse
grundsätzlich richtig gestellt worden.
„Wir
sind aber nicht so naiv zu glauben, dass es damit getan
ist“, so Herbert Snell, der in einem Pressegespräch im
Rahmen des 20. Internationalen Altkunststofftages seines
Verbandes betont, dass es jetzt darauf ankomme, quantitative
wie qualitative Verbesserungen im Bereich des Recyclings von
Kunststoffverpackungen zu erreichen.
An
Vorschlägen, wie Fortschritte erzielt werden können, mangelt
es nicht. Der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling will hier
vor allem bei den Sortieranlagen ansetzen.
So
wird ein Paradigmenwechsel gefordert. „Wenn bisher die
Sortierer häufig Masse statt Klasse abgeliefert haben, muss
es zukünftig heißen: Qualität vor Quantität“, forderte der
bvse-Vizepräsident.
Die Sortierung sei der
erste wichtige Schritt für ein qualitativ hochwertiges
Recycling. Doch diese Bedeutung spiegelt sich nicht
ausreichend in der Wertschöpfungskette wider, hieß es in Bad
Neuenahr.
„Es ist doch bemerkenswert, dass
die LVP-Sammlung im Schnitt höher abgegolten wird als das
Sortieren“, kritisierte Herbert Snell.
Daher
treten die Kunststoffrecycler dafür ein, die Sortierung
entsprechend fair zu vergüten, wenn die vereinbarte Qualität
geliefert wird. Darüber hinaus sollen bilaterale Verträge
zwischen Sortierer mit dem Recycler die Regel und nicht die
Ausnahme sein.
Als weiteren Baustein für
mehr Qualität fordert der bvse-Fachverband
Kunststoffrecycling ein engmaschiges
Qualitätsmanagement-System, das die Gewähr dafür bietet,
dass die vereinbarten und garantierten Sortierqualitäten
auch geliefert werden.
bvse-Vizepräsident
Herbert Snell erläuterte, dass es hier um existenzielle
Probleme gehe, mit denen die Kunststoffrecycler zu kämpfen
hätten, wenn ihnen schlechte Qualitäten geliefert würden.
Zukünftig
müsse daher sichergestellt werden, dass von den Lieferanten
die Verluste ausgeglichen werden, die den
Kunststoffrecyclern entstehen, wenn schlechte Qualitäten
verarbeitet werden müssen.
Snell: „Das sind
konkret die erhöhten Anlagekosten bei schlechten Qualitäten,
da der Durchsatz gedrosselt werden muss. Zudem ergeben sich
Analysekosten und Ausbeuteverluste sowie höhere Energie-,
Verarbeitungs- und nicht zuletzt Beseitigungskosten.“
Der
bvse forderte in Bad Neuenahr auch, dass die durch das
Kunststoffrecycling erreichte CO2-Reduzierung anerkannt
werden müsste. „Eine Tonne an Recyclaten spart je nach
Kunststoffart zwischen eine bis drei Tonnen an CO2 ein. Das
sollte über CO2-Gutschriften vergütet werden“, schlug
Herbert Snell vor.
AK
4.6.17