KaVe - Kaffeesatzverbundwerkstoff Freitag, 07.07.2017
IfBB entwickelt Kunststoffe auf Basis von Kaffeesatz
Kaffeesatz und Stroh sind klassische Reststoffe des
Kaffeekonsums bzw. der Getreideproduktion. Allein in
Deutschland werden im Jahr über 560 000 Tonnen Kaffee
verbraucht. Verwertet werden die Reststoffe meist gar nicht
oder es erfolgt eine energetische Verwertung wie die
Verbrennung von Stroh. Wofür können Kaffeesatz und Stroh
stattdessen noch eingesetzt werden? Damit beschäftigen sich
zwei aktuelle Forschungsprojekte am IfBB an der Hochschule
Hannover.
Ziel des Verbundprojektes „KaVe“
(Kaffeesatzverbundwerkstoff) ist die Entwicklung eines
hochwertigen Bioverbundwerkstoffes auf Basis von Kaffeesatz.
Der Kaffeesatz dient hierbei primär als Füll- und Farbstoff,
wodurch fossil basierte Polymere sowie Farbadditive ersetzt
und so erhebliche Mengen an ungesättigten
Kohlenwasserstoffverbindungen aus Erdöl und zum Teil auch
aus Kohle und Erdgas eingespart werden können.
Das
Verbundprojekt wird von der Firma abc GmbH koordiniert und
vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und
Kultur unter der Trägerschaft des Bundesministeriums für
Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.
Das vom
IfBB geleitete Projekt „Stoffliche Inwertsetzung von
pflanzlichen Reststoffen zu nachhaltigen
Bioverbundwerkstoffen“ beschäftigt sich mit der stofflichen
Weiterverwertung von Stroh und anderen landwirtschaftlichen
Nebenprodukten. Endprodukt soll ein faserverstärktes oder
gefülltes, spritzgießfertiges Biokunststoffgranulat sein.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und
Energie unter der Trägerschaft von VDI/VDE Innovation +
Technik GmbH finanziert.
Aufgabe des IfBBs ist in
beiden Projekten die Nutzung dieser Reststoffe zur
Entwicklung, Optimierung und Herstellung neuartiger,
nachhaltiger Bioverbundwerkstoffe.
Foto: IfBB/Mudersbach - Kaffeesatzverbundwerkstoff-Granulat und Prüfkörper