Neuer Anlagenkomplex Dienstag, 20.03.2018
Evonik plant größte Investition in Deutschland für Anlagen für Polyamid 12 in Marl.
Evonik plant den Bau eines neuen Anlagenkomplexes für den
Hochleistungskunststoff Polyamid 12 (PA 12). Der Konzern
will damit seine Gesamtkapazität für PA 12 um mehr als 50
Prozent erhöhen. Polyamid 12 wird in attraktiven
Wachstumsmärkten, etwa im Automobilbau, für Öl- und
Gasleitungen und im 3D-Druck benötigt.
Rund 400
Millionen Euro will Evonik nach erfolgreicher Basisplanung
in den PA-12-Komplex an seinem größten Standort im
Chemiepark Marl in Nordrhein-Westfalen investieren. Neben
der dort bereits bestehenden PA-12-Produktion sollen
zusätzliche Anlagen für das Polymer und für seine Vorstufen
entstehen. Der Anlagenkomplex soll Anfang 2021 in Betrieb
gehen. Die Investition wird einen spürbaren Beitrag zur
Erreichung des Margenziels von Evonik leisten und dauerhaft
einen Cash Flow im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich
erwirtschaften. Das Projekt wird über vier Jahre im Rahmen
des jährlichen Budgets für Wachstumsinvestitionen
umgesetzt.
„Wir planen die größte Investition von
Evonik in Deutschland“, sagt Christian Kullmann,
Vorstandsvorsitzender von Evonik Industries. „Diese
Investition passt perfekt zu unserer Strategie der
konsequenten Ausrichtung auf Spezialchemie, denn Polyamid 12
ist als Hochleistungspolymer für spezielle Anwendungen ein
wichtiger Teil unseres strategischen Wachstumskerns Smart
Materials.“ Deutschland sei ein attraktiver und
wettbewerbsfähiger Industriestandort, fügt Kullmann hinzu:
„Wir haben in Marl hervorragend ausgebildetes Fachpersonal
und werden mit der Investition rund 150 Arbeitsplätze
schaffen. Zudem können wir Synergien zu unserer bestehenden
Infrastruktur optimal nutzen. Wir haben damit beste
Voraussetzungen, um unsere Spezialitäten in alle Welt zu
verkaufen.“
Weltweit wächst der PA-12-Markt mit
jährlich mehr als fünf Prozent und damit deutlich über dem
globalen Bruttosozialprodukt. Für die Spezialanwendung
3D-Druck liegt das Wachstum sogar im zweistelligen Bereich.
Claus Rettig, Vorsitzender der Geschäftsführung der Evonik
Resource Efficiency GmbH sagt: „Der Bedarf an Polyamid 12
wächst stetig und dynamisch. Mit dem geplanten
Kapazitätsausbau wollen wir unsere führende Marktposition
bei Polyamid 12 stärken. Für unsere weltweiten Kunden
bedeutet unser Engagement langfristige Verfügbarkeit und
Liefersicherheit für bestehende und zukünftige Anwendungen.“
Aufgrund seiner herausragenden Eigenschaften,
hoher Stabilität bei gleichzeitiger Flexibilität sowie hoher
Temperaturbeständigkeit und geringem Gewicht, wird der
Hochleistungskunststoff in vielen anspruchsvollen
Anwendungen als Ersatz für Stahl eingesetzt: im Automobil-
und Leichtbau ebenso wie für Öl- und Gasleitungen.
Zusätzlich zu dem heutigen Einsatz im Automobilbau ist
Evonik auch für zukünftige Hybrid- und Elektrofahrzeuge sehr
gut positioniert. Zudem kommt das Material im medizinischen
Bereich und im 3D-Druck zum Einsatz.
Den Film zum Projekt finden Sie hier: https://youtu.be/9Bl2GddfbSw
Bild: Evonik - Teil des PA12-Anlagenkomplexes in Marl
AK
20.3.18