CO2-Abscheidung aus Abgas Freitag, 04.03.2016
Eine neuartige, billige und energieeffiziente Kohlendioxid-Abscheidetechnik wollen die TU Wien zusammen mit der Universität für Bodenkultur Wien, Shell und anderen Partner entwickeln.
Erste Abscheidetests in den Laboranlagen der TU Wien
verliefen bereits sehr erfolgreich. Neunzig Prozent des
Kohlendioxids können aus dem Abgas entfernt und danach
genutzt werden, beispielsweise in der Landwirtschaft. Die
Abscheidetechnologie soll weiterentwickelt werden. Am
Kraftwerksstandort-Simmering von Wien Energie will man dann
die Praxistauglichkeit des neuen Konzepts demonstrieren.
Eine
gängige Technik zur Ausscheidung von CO2 ist die
Auswaschung mit wässrigen Aminlösungen. Der Prozess ist
jedoch energieaufwändig und erfordert hohe Absorber-Türme.
An der TU Wien entwickelt man nun ein ganz anderes Verfahren
der CO2-Abscheidung: Zum Einsatz kommt ein
Wirbelschichtverfahren, in dem feste Partikel mit dem
Rauchgas in Kontakt gebracht werden. An der Oberfläche der
hochporösen Partikel werden die Amine aufgebracht, die bei
der CO2-Abscheidung die entscheidende Rolle
spielen. Die Verwendung von Wirbelschichtsystemen ermöglicht
darüber hinaus eine gegenüber der Aminwäsche wesentlich
kompaktere Bauweise des CO2-Abscheidesystems.
Entscheidend
ist, dass sich das Rauchgas und der Strom aus
Amin-funktionalisierten Partikeln in entgegengesetzte
Richtungen bewegen. Das Rauchgas strömt von unten nach oben
und gibt dabei immer mehr CO2 ab, die Partikel
strömen von oben herab und nehmen auf ihrer Reise durch die
mehrstufige Wirbelschichtkolonne immer mehr CO2
auf. Danach werden die Partikel in eine zweite
Wirbelschichtkolonne umgeleitet. Dort werden sie aufgeheizt,
geben dabei das CO2 wieder ab und können danach
für die CO2-Abscheidung wiederverwendet werden.
Im Versuchsreaktor konnten mehr als 90% des Kohlendioxids
abgeschieden werden.
Bild: Versuchsanlage und
Controll Center der CO2
Abscheidung
Copyright: TU Wien, Julius Pirklbauer
04.03.2016
KK