Das Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission hat eine Studie zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit des chemischen Recyclings von Kunststoffen (Economic viability of chemical recycling) veröffentlicht.
Chemisches Recycling bezeichnet eine Gruppe von Verfahren, bei denen Abfälle wie Kunststoffe in ihre chemischen Grundbausteine zerlegt werden. Diese können anschließend zur Herstellung neuer Kunststoffe verwendet werden.
Der Bericht gibt einen Überblick über den aktuellen Stand (2025) der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des chemischen Kunststoffrecyclings in der Europäischen Union und beleuchtet die wichtigsten Herausforderungen und Chancen in diesem Bereich.
Dabei werden verschiedene Technologien des chemischen Recyclings vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Solvolyse und Pyrolyse, die derzeit die bedeutendsten Verfahren des chemischen Recyclings sind. Der Bericht untersucht deren Produktions- und Investitionskosten sowie den Reifegrad und die bestehenden Einschränkungen dieser Technologien.
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass chemisches Recycling in der EU derzeit keine Kostenparität mit der Herstellung von Primärkunststoffen (Virgin Plastics) erreicht. Dennoch könnte es eine wichtige Rolle spielen, um Märkte mit recycelten Kunststoffen zu versorgen, die zur Erfüllung der Anforderungen an den Rezyklatanteil gemäß der Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (Packaging and Packaging Waste Regulation, PPWR) sowie der Einwegkunststoffrichtlinie (Single-Use Plastics Directive, SUPD) benötigt werden. Auch mögliche zukünftige Regulierungen ähnlicher Art könnten die Bedeutung des chemischen Recyclings weiter erhöhen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass chemisches Recycling zwar derzeit wirtschaftlich noch nicht mit der Produktion von Neuware konkurrieren kann, jedoch ein wichtiger Baustein für die Erreichung der europäischen Kreislaufwirtschafts- und Recyclingziele sein könnte.
Gaudillat, P., Marschinski, R. and Saveyn, H., Economic viability of chemical recycling – Current and future perspectives, Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2026, https://data.europa.eu/doi/10.2760/6105801, JRC147061.
Bild: European Union Audiovisual Service, 2024 (photographer: Bogdan Hoyaux)
AK
6.8.26

