Wasserbedarf Deutschland

Das Umweltbundesamt veröffentlicht texte 106/2026 zum Thema Entwicklung des zukünftigen Wasserbedarfs in verschiedenen Sektoren – Bestimmungsmethoden, Projektionen und Szenarien, erarbeitet von einem Konsortium, bestehend aus Fresh Thoughts Consulting GmbH, Prospex International GmbH, dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) sowie der Ruhr-Universität Bochum.

Bislang gebe es hierzu keine belastbaren, sektorübergreifenden Daten. Studien bezögen sich nur auf einzelne Sektoren, der sektorenübergreifende Aspekt sowie belastbare Daten im Sinne von konsistenten Szenarienergebnissen würden nicht untersucht.

Die texte 106/2026 sollen jetzt zu einem besseren Verständnis der Entwicklungen beitragen, um die Prognosefähigkeit des Wasserhaushalts zu verbessern (Aktion 1 der Nationalen Wasserstrategie).

Dafür wurden in dem Vorhaben bestehende Methoden und Kenntnisse zur Bedarfsermittlung zusammengestellt und durch die partizipative Erarbeitung von Szenarien und Entwicklungspfaden ergänzt. Im Ergebnis liegen vier Wasserbedarfsszenarien bis 2100 vor, in denen jeweils der Gesamtwasserbedarf sowie die Wasserbedarfe für Haushalte, Wirtschaft, Energie und Landwirtschaft quantifiziert wurden.

Das Konsortium fasst die wesentlichen Aussagen des Berichts wie folgt zusammen:

  • Der Gesamtwasserbedarf 2100 liegt je nach Szenario zwischen 14 und 35 Mrd. m³ – eine enorme Spannweite gegenüber 18 Mrd. m³ im Jahr 2022.
  • Am stärksten schwankt die Landwirtschaft: von –41 % bis +703 %. Bewässerung ist damit weit mehr als eine Klimafrage – sie hängt stark von sozio-ökonomischen und politischen Entscheidungen ab.
  • Der Energiesektor (Kühlwasser) entscheidet in mehreren Szenarien über den Gesamttrend – abhängig vom energiepolitischen Kurs.
  • Die Szenarien zeigen, wo und wann Engpässe entstehen können – etwa im Ruhrgebiet, Rhein-Main-Gebiet oder in Berlin und Hamburg sowie saisonal, wenn Bewässerungs- und Haushaltsspitzen im Sommer zusammenfallen.

AK
25.8.26