Fachlicher Austausch zu Nachhaltigkeit und Digitalisierung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Nachwuchs prägt die Jubiläumsausgabe in Osnabrück.
Am 10. März 2026 fand in den Räumen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück das diesjährige wip-Elastomerforum statt. Unter dem Leitthema „Nachhaltigkeit und Digitalisierung“ brachte die ganztägige Fachveranstaltung über 50 Expertinnen und Experten aus Industrie, Wissenschaft und Forschung zusammen und bot erneut eine wichtige Plattform für Wissens- und Technologietransfer in der Elastomerbranche. Besonders der Dialog zwischen branchenerfahrenen Spezialisten und Nachwuchswissenschaftlern wurde positiv hervorgehoben. Zudem feierte der Veranstalter, wip‑Kunststoffe e.V., sein 25-jähriges Jubiläum – ein Meilenstein für das etablierte Wissens- und Innovationsnetzwerk Polymertechnik.
Impulse für die Zukunft: Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Fokus
Die Elastomerbranche steht vor zunehmenden technischen und ökologischen Herausforderungen. Recyclierbare Werkstoffe, nachhaltige Inhaltsstoffe und neue Prozessinnovationen gewinnen dabei stark an Bedeutung. Gleichzeitig verändern Digitalisierung und KI-basierte Methoden die Produktions- und Qualitätsprozesse. Diese Entwicklung spiegelte sich deutlich im Programm des Forums wider, das in zwei fachlichen Schwerpunkten organisiert war: Nachhaltigkeit und Digitalisierung.
Referentinnen und Referenten aus Industrie und Forschung präsentierten aktuelle Lösungen zur Kreislaufwirtschaft. Auch im Elastomerbereich geht erstaunlich viel. So stellten Patrick Bolze und Dr. Lena Marie Funke vom Sponsor des Forums, der BASF Polyurethanes GmbH, u.a. eine Idee für Upcycling von TPU vor. Eine chemische Polymerreparatur während des mechanischen Recyclings sorgt für die Beibehaltung der Materialeigenschaften und hoher Qualität bei weniger Virginzumischungen.
Im zweiten Themenschwerpunkt standen digital unterstützte Prozessinnovationen im Vordergrund. Die Vorträge verdeutlichten: Digitale Tools ermöglichen künftig deutlich effizientere, flexiblere und ressourcenschonendere Produktionsprozesse. Damit sollte auch der Preis von Rezyklate sinken – ein tragfähiger Weg, um die Wettbewerbsfähigkeit in Bezug auf Virginmaterial zu erhöhen.
Feierlicher Start: 25 Jahre wip‑Kunststoffe
Zum Auftakt blickte Prof. Dr. Thorsten Krumpholz (Vorsitzender des wip-Kunststoffe e.V. und Professor der Hochschule Osnabrück) auf 25 Jahre Netzwerkarbeit zurück. Er würdigte die Arbeit der Ehrengäste. Schon die geladenen Gründer und engagierten ersten Mitstreiter handelten nach dem Leitbild “Wissen teilen, heißt Wissen verdoppeln!“.
Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne würdigte den wip-Kunststoffe in seiner Videobotschaft als starke Gemeinschaft für eine wesentliche Branche Niedersachsen. Die Trias aus Klimaschutz, Ressourcenschonung und Wettbewerbsfähigkeit dürfe nicht als Dilemma verstanden werden. Kunststoffe böten für die Transformation die besten Voraussetzungen. Ein enger Schulterschluss zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik unterstütze diesen Prozess.
Fazit
Mit seiner thematischen Fokussierung auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung traf das wip-Elastomerforum 2026 den Nerv der Zeit. Die Veranstaltung bot nicht nur aktuelle Einblicke in Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, sondern auch zahlreiche Impulse für die industrielle Praxis und interessante Einblicke für den Nachwuchs. Die Räumlichkeiten der DBU boten wie immer einen würdevollen Rahmen für das Forum und dieses Jahr allem auch für die Jubiläumsfeier.
AK
15.4.26

