Die EU plant, einen Circular Economy Act zu erlassen. Damit soll unter anderem die Kreislaufquote von jetzt 12 Prozent auf 24 Prozent gesteigert werden.
Die DIHK bündelt in zehn Leitsätzen, welche politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen Ihrer Meinung nach notwendig sind, damit Kreislaufwirtschaft in Europa ökologisch wirksam, wirtschaftlich tragfähig und international wettbewerbsfähig sein kann – Positionspapier aus November 2025.
- Nachfrage nach Sekundärrohstoffen stärken
Politische Maßnahmen sollen marktfähige Anreize, nicht kleinteilige Detailvorgaben setzen. Öffentliche Informationskampagnen und transparente Produktinformationen können die Nachfrage nach Produkten mit Rezyklatanteil erhöhen.
- Angebot an wettbewerbsfähigen Rezyklaten sichern
Ausbau moderner Recyclingkapazitäten, technologieoffene Ansätze (einschließlich chemischen Recyclings) und einheitliche Normen sollen Sekundärrohstoffe preislich und qualitativ konkurrenzfähig machen.
- Kreislaufwirtschafts-Regelungen bürokratiearm umsetzen
Neue Vorgaben müssen praxisnah, digital nutzbar und ressourcenschonend sein. Besonders belastende Regelwerke sollten überprüft, vereinfacht oder verschoben werden, um Zeit für praktikable Anpassungen zu gewinnen.
- Binnenmarkthindernisse in der Europäischen Union abbauen
Uneinheitliche Kriterien etwa beim Abfallende (also bei der Definition, ab wann ein Stoff nicht mehr den abfallrechtlichen Verwertungs‑ und Beseitigungspflichten unterliegt), unterschiedliche Regelungen zur erweiterten Herstellerverantwortung und divergierende Kennzeichnungspflichten behindern einen funktionierenden Markt für Sekundärrohstoffe.
- Effektiven und fairen Vollzug sicherstellen
Europäische Unternehmen sehen sich vermehrt einem unfairen Wettbewerb durch Importe aus Drittstaaten ausgesetzt, bei denen oft EU-Regelungen nicht eingehalten werden. Um dem entgegenzuwirken, braucht es einen konsequenten und europaweit harmonisierten Vollzug der bestehenden Regeln.
- Digitalisierung als Hebel für Kreislaufwirtschaft nutzen
Wird er für die Unternehmen einfach umgesetzt und europaweit einheitlich angewendet, kann der digitale Produktpass dazu beitragen, die Erfüllung bestehender Berichtspflichten für die Betriebe zu vereinfachen und Informationsflüsse zu verbessern.
- Innovation und Forschung stärken
Förderprogramme und innovationsfreundliche Regulierung sollen neue Recyclingtechnologien, kreislauforientierte Geschäftsmodelle und Materialinnovationen voranbringen.
- Chemikalienrecht praxistauglich gestalten
Stoffbeschränkungen müssen Gesundheit und Umwelt schützen, gleichzeitig aber den Einsatz sicherer Rezyklate ermöglichen.
- Sekundärrohstoffe aus Elektroaltgeräten und Bauabfällen besser nutzen
In diesen Abfallströmen liegt ein erhebliches Rohstoffpotenzial, das besser genutzt werden sollte.
- Mit Unternehmen aktiv zusammenarbeiten
Gesetzgebung und Normung sollten die praktische Erfahrung der Betriebe systematisch einbinden. So lassen sich praxistaugliche Lösungen entwickeln, die Umweltziele und wirtschaftliche Realität zusammenbringen.
DIHK-Pressemitteilung vom 04.02.26
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AK
16.2.26

