Eine neue Studie detektiert die Bioakkumulation von Mikroplastik in abgestorbenen menschlichen Gehirnen.
Die Forscher sehen die dringende Notwendigkeit, die Expositionswege, Aufnahme- und Clearance-Pfade sowie die potenziellen gesundheitlichen Folgen von Kunststoffen in menschlichem Gewebe, insbesondere im Gehirn, besser zu verstehen.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat diese Studie bewertet. Nach dem derzeitigen Stand des Wissens sei es unwahrscheinlich, dass von Plastikpartikeln etwa in Lebensmitteln oder in Kosmetika gesundheitliche Risiken für den Menschen ausgehen, Belege für schädigende Auswirkungen lägen nicht vor.
Wissenschaftliche Veröffentlichung zu Mikroplastik im Gehirn: Nihart, A.J., Garcia, M.A., El Hayek, E. et al. Bioaccumulation of microplastics in decedent human brains. Nat Med 31, 1114–1119 (2025).
https://doi.org/10.1038/s41591-024-03453-1
Zusammenfassung:
Ergänzende Methoden zum zuverlässigen Nachweis von Gewebe- Mikroplastik und Nanoplastik (MNPs), darunter Pyrolyse-Gaschromatographie-Massenspektrometrie, abgeschwächte Totalreflexion-Fourier-Transformations-Infrarotspektroskopie und Elektronenmikroskopie mit energiedispersiver Spektroskopie, bestätigen das Vorhandensein von MNPs in menschlichen Nieren, Leber und Gehirn.
MNPs in diesen Organen bestehen hauptsächlich aus Polyethylen, mit geringeren, aber signifikanten Konzentrationen anderer Polymere. Hirngewebe enthält höhere Anteile an Polyethylen als die Kunststoffzusammensetzung in Leber oder Niere, …
Schließlich wurde in einer Kohorte verstorbener Gehirne mit dokumentierter Demenzdiagnose eine noch stärkere Ansammlung von MNPs beobachtet, mit deutlichen Ablagerungen in den zerebrovaskulären Wänden und Immunzellen. Diese Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit, die Expositionswege, Aufnahme- und Clearance-Pfade sowie die potenziellen gesundheitlichen Folgen von Kunststoffen in menschlichem Gewebe, insbesondere im Gehirn, besser zu verstehen.
AK
12.7.25

