Die Volks- und Raiffeisenbanken warnen: Die Nachhaltigkeitsregulierungen bremsen die Kreditvergabe insbesondere mittelständischer Unternehmen aus.
Nach einer im dritten Quartal durchgeführten Umfrage unter den 277 Bankvorständen sind diese überwiegend skeptisch, wenn es um die Verfügbarkeit von Nachhaltigkeitsdaten ihrer Firmenkunden geht. Solche Daten werden von den Banken jedoch angesichts der 2026 anstehenden Novellierung des Kreditwesengesetzes (KWG) zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeits-Risiken im Risikomanagement verstärkt benötigt.
Die Institute müssten im Kreditgeschäft bereits jetzt Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigen. Dies könne dazu führen, dass Unternehmen, die keine entsprechende Berichterstattung vornehmen oder solche Daten nicht erheben, eventuell schlechtere Konditionen oder gar eine Kreditabsage erhalten, obwohl sie vielleicht gar nicht so `unnachhaltig´ sind bzw. gerade in Nachhaltigkeitsprojekte investieren wollen.
Für die Genossenschaftsbanken würden auf Nachhaltigkeit aus Eigeninteresse achten. Problematisch werde es, wenn das Thema auf eine hohe Anzahl komplexer Datenpunkte reduziert wird.
Dazu kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, die nachhaltige Transformation scheitere derzeit nicht am fehlenden Engagement der Unternehmen, sondern an einer stark daten- und formalgetriebenen Regulierung, die insbesondere mittelständische Betriebe überforderten. Wenn Nachhaltigkeitsanforderungen vor allem über immer neue Datenpunkte und Nachweise wirken, würden Investitionen gebremst – bis hin zur Kreditvergabe.
Die Banken und Bankenaufsicht hätten es mit in der Hand, für Verbesserung zu sorgen, in dem sie sich dem neuen VSME-Standard anschließen und auf weitere detaillierte Regulierung verzichten.
Die derzeitige Regulierung orientiere sich überwiegend an Konzernstrukturen. Nachhaltigkeit sollte stärker wirkungs- und outputorientiert bewertet werden. Entscheidend seien messbare Effekte wie Ressourcenschonung, regionale Stoffkreisläufe oder die Substitution von Primärrohstoffen – nicht die formale Vollständigkeit von Datensätzen.
AK
18.1.26

