Polymerwertschöpfungsketten unter geopolitischem Druck

Die Lage an den Energie- und Rohstoffmärkten bleibt Anfang 2026 stark von geopolitischen Spannungen geprägt, konstatiert die IKB Deutsche Industriebank AG in ihrer aktuellen Rohstoffpreis-Information/März 2026.

Der israelisch amerikanische Angriff auf den Iran und Störungen in der Straße von Hormus haben die Öl- und Gaspreise spürbar nach oben getrieben. Die höheren Energiepreise wirken unmittelbar auf petrochemische Wertschöpfungsketten. Naphtha, als wichtigstes Rohöl Derivat für die Grundchemikalienproduktion, hat sich infolge des Iran-Konflikts seit Januar um 19 Prozent verteuert und liegt Anfang März bei rund 565 €/t. Ethylen und Propylen folgen diesem Trend: Ethylen stieg auf 1.145 €/t, Propylen wurde im März bei 1.000 €/t fixiert. Die Preisaufschläge resultieren weniger aus einer starken Nachfrage als aus steigenden Öl- und Gaspreisen sowie wachsenden Risiken in der Versorgung. Verarbeiter kaufen daher zurückhaltend und sichern nur Mindestmengen.

In den Polymerketten zeigt sich ein ähnliches Bild: Polyethylen und Polypropylen steigen im Gleichschritt mit den Monomerpreisen, während die Nachfrage in Europa schwach bleibt und viele Anlagen gedrosselt laufen. Auch die Aromatenkette ist betroffen: Benzol bleibt gut versorgt, doch Styrol verteuert sich bereits den vierten Monat in Folge – verstärkt durch Wartungssaisons und Unsicherheiten im Schiffsverkehr. In der PVC Kette führen steigende Ethylenpreise und knappe Energie- und Naphtha-Verfügbarkeiten zu Aufschlägen, obwohl die Baunachfrage verhalten bleibt. Insgesamt ist kurzfristig mit volatilen, eher steigenden Preisen in nahezu allen polymerbasierten Wertschöpfungsketten zu rechnen.

 

AK
15.3.26