UN-Abkommen gegen Plastikmüll vorerst gescheitert

Die UN-Verhandlungen über ein globales Plastikabkommen in Genf sind am 15. August 2025 ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Nach 3 Jahren Verhandlung konnte ein Vertragstext in Genf von den rund 180 Staaten nicht einvernehmlich verabschiedet werden.

Zwei Seiten stehen sich grundsätzlich gegenüber. Auf der einen Seite stehen mehr als 100 Länder mit besonders ehrgeizigen Zielen (High Ambition Coalition) u.a. Deutschland, die EU und Dutzende Länder in Südamerika, Afrika und Asien. Diese fordern eine Beschränkung der Produktion auf ein nachhaltiges Niveau sowie Verbote besonders schädlicher Produkte und Chemikalien. Die Kreislaufwirtschaft soll gefördert werden, bei der die Rohstoffe eines Produkts aufbereitet und erneut verwendet werden.

Auf der anderen Seite stehen Länder, die sich weitgehend auf ein besseres weltweites Abfallmanagement beschränken wollen. Unter diesen Ländern vor allem solche, die den Rohstoff für Plastik, das Öl, besitzen, darunter Saudi-Arabien, der Iran und Russland.

Ein wirksames Abkommen sei in diesem Prozess am Ende nur über eine Mehrheitsentscheidung zu erreichen, so der wwf Deutschland. Was es jetzt brauche, seien deutliche Führungssignale ambitionierter Staaten, alle politischen Möglichkeiten zu nutzen, ein globales Plastikabkommen weiter voranzutreiben, im Zweifel auch in anderen Foren und Formaten. Alle möglichen Wege müssten in Betracht gezogen werden.

Die deutschen Kunststoffverbände, Partner der Initiative „Wir sind Kunststoff“, bedauern das Scheitern der Verhandlungen. Es sei ein Rückschritt für Menschen und Umwelt weltweit. Sie setzten sich für einen Neustart des Prozesses und eine Fokussierung auf wirksame und akzeptierte Maßnahmen ein. Die Vermüllung der Meere und der Umwelt mit Plastik sei ein globales Problem und brauche globales Handeln und darum: Abfallmanagement, Kreislaufwirtschaft und nachhaltiges Produktdesign.

 

AK
1.9.25