Die deutsche Kautschukindustrie fordert einen Paradigmenwechsel in der Rohstoffpolitik der Bundesregierung und fordert dafür einen permanenten Rohstoffdialog zwischen Bundesregierung und Wirtschaft.
Die Haltung, dass in erster Linie die Unternehmen für die Sicherung ihrer Versorgung mit Rohstoffen und Vorprodukten verantwortlich sind, sei angesichts der veränderten geopolitischen Lage nicht mehr zeitgemäß, so der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (wdk). Vor dem Hintergrund protektionistischer Tendenzen im globalen Handel sei die Notwendigkeit für eine aktivere Rohstoffsicherungspolitik noch einmal gestiegen. Ein permanenter Rohstoffdialog solle helfen.
Die deutsche Kautschukindustrie sei wie viele andere Branchen auf die Einfuhr von Rohstoffen angewiesen. Bei Naturkautschuk beträgt die Importabhängigkeit 100 Prozent, weshalb er auch bis 2023 als einziger organischer Rohstoff in der EU-Liste der kritischen Rohstoffe aufgeführt war. Schon damals habe sich gezeigt, dass sich die Rohstoffstrategie der Bundesregierung auf mineralische Rohstoffe konzentriere, aber organische außer Acht lasse. Eine zentrale Erfassung der Abhängigkeit der gesamten deutschen Industrie von Rohstoffen und Vorprodukten gebe es nicht.
Der Vorschlag: die Etablierung eines permanenten und alle rohstoffabhängigen Branchen umfassenden Dialogs zwischen Bundesregierung und Wirtschaft. Drei Dinge seien dabei wichtig:
- Erweiterung des Fokus auch auf nicht-mineralische Rohstoffe und auf Vorprodukte
- Erfassung von Bedarf und Abhängigkeiten sowie
- Erarbeitung von Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit und zur Diversifizierung der Lieferketten.
Eine solche antizipierende Rohstoffpolitik könne den deutschen Industriestandort schützen und dafür sorgen, dass Versorgungsprobleme nicht erst dann gelöst würden, wenn sie auftreten.
Pressemitteilung des wdk vom 19.08.25
BB
21.08.25

