Biobasierte Folien

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam entwickeln Kunststoffe, in denen Erdöl als Ausgangsstoff ganz oder teilweise durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt wird.

Im Rahmen des von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe FNR geförderten Forschungsverbunds »Biopolymere« entwickelten sie gemeinsam mit der Firma BIOTEC, Emmerich, neue Materialien für biobasierte Folien. Sie mischen Stärke in herkömmliches Polyethylen. Gegenüber reinem Polyethylen hat das entstehende Polyethylen-Stärke-Blend einige Vorteile: durch seinen fünfzigprozentigen Stärkeanteil ist es zur Hälfte biobasiert, es ist kostengünstiger als reines Polyethylen und weist gemäß Aussage der Entwickler bessere mechanische Eigenschaften auf.  Der Stärkekunststoff lässt sich mit herkömmlichen Maschinen der Verpackungsindustrie verarbeiten und wie reines Polyethylen zu Folien verarbeiten und tiefziehen.Stärke ist als nachwachsender Rohstoff etwa in Mais oder Kartoffeln in der Natur gut verfügbar. Ihr Marktpreis beträgt nur etwa die Hälfte von dem des Polyethylens.  Die Komponenten werden gemeinsam in einem Extruder geschmolzen und verbinden sich zu einem wasserfesten Stärkekunststoff. Die Wahl der Rezeptur und der Prozessparameter ist dabei entscheidend für optimale mechanische Eigenschaften des Endmaterials.BIOTEC entwickelt und produziert Biokunststoffe für Einkaufsbeutel, Kapseln für die pharmazeutische Industrie, Sichtverpackungen für die Lebensmittelindustrie, Kosmetikverpackungen und Verpackungen für zahlreiche andere kundenspezifische Anforderungen.  Der Forschungsverbund Biopolymere wurde vom Fraunhofer IAP koordiniert. Mit einem Volumen von über vier Millionen Euro, insgesamt 16 Teilprojekten mit drei wissenschaftlichen Einrichtungen und 16 industriellen Partnern wurde die stoffliche Nutzung von Biomasse in Form von Biopolymeren weiter vorangebracht.  

Erstellt am 4.2.2015

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