Chemie aus Biomasse

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Industriepartner AVA Biochem haben eine Industrieanlage der AVA Biochem zur Herstellung von 5-Hydroxymethylfurfural (5-HMF) angefahren und damit die industrielle Herstellung der Plattformchemikalie 5-HMF aus Biomasse aufgenommen.

Das KIT entwickelte ein hydrothermales Verfahren, um die organische Verbindung aus Biomasse zu gewinnen. Die Verbindung kann als Ausgangsstoff für viele Materialien fungieren, beispielsweise für Kunststoffe oder Stoffe für Beschichtungen, Farben und Lacke. Die Zusammenarbeit mit der AVA Biochem ist eingebunden in die Aktivitäten des KIT zur Herstellung von chemischen Energieträgern sowie Zwischenprodukten der chemischen Industrie aus Biomasse. Dabei nehmen Reaktionen in Wasser bei erhöhten Temperaturen, sogenannte hydrothermale Verfahren, eine zentrale Stellung ein.  Als Grundlage für die angewendete Technologie diente die hydrothermale Karbonisierung, ein Verfahren, in dem Biomasse in einem geschlossenen System in wässriger Suspension bei hohen Temperaturen und erhöhtem Druck in Biokohle umgewandelt wird. Bei dem neuen Verfahren wird jedoch die Bildung eines Feststoffs verhindert; die Bruchstücke aus der Biomasse werden zu chemischen Bausteinen umgewandelt.Das KIT hatte bereits seit 2010 den Prozess der hydrothermalen Karbonisierung zusammen mit der AVA-CO2, der Muttergesellschaft der AVA Biochem, erforscht und in die industrielle Anwendung gebracht. Dies kam auch der Entwicklung des neuen Verfahrens zugute. Parallel zur laufenden Produktion optimieren die Teams von KIT und AVA Biochem nun das Verfahren und bereiten es für weitere Einsatzgebiete vor. Sowohl das Spektrum der einsetzbaren Biomassen als auch die Erträge bergen noch viel Potenzial und eröffnen zusätzliche Chancen.

Erstellt am 23.2.2014

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