Energiespeicher in der Unterwelt

Windkraft- oder Solaranlagen produzieren teilweise mehr Energie als benötigt wird oder in die Netze eingespeist werden kann, teilweise aber auch zu wenig.

Große Energiespeicher sind erforderlich, um diese zeitlichen Schwankungen auszugleichen: Gas- und Wärmespeicher im unterirdischen Gestein bieten hierbei gute Optionen. Welche dieser geotechnischen Speicherarten für Schleswig-Holstein in Frage kommen und wie diese effizient mit dem Energie- und Wärmemarkt gekoppelt werden können, wird im Rahmen des Forschungsprojekts ANGUS II (Auswirkungen der Nutzung des geologischen Untergrundes als thermischer, elektrischer oder stofflicher Speicher) bearbeitet, das für vier Jahre mit bis insgesamt 6,7 Millionen Euro durch das  BMWi gefördert und von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) koordiniert wird.  

Es ist bekannt, dass es in Schleswig-Holstein viele gute Speichermöglichkeiten im Untergrund gibt. Wasserstoff, synthetisches Methan aus Windkraft und Druckluft können in Salzkavernen und in tiefer liegenden porösen Gesteinsschichten gelagert werden.  Vor einer konkreten Umsetzung der Grundlagenforschung in die praktische Anwendung müssen zunächst noch viele Fragen beantwortet werden. Für die dauerhafte Nutzung einer geologischen Formation unter variabler Zuführung und Entnahme von Gasen oder Wärme muss nicht nur der Speicherbetrieb gesichert, sondern auch die hydraulischen, chemischen, thermischen oder mechanischen Auswirkungen dieser Nutzung vorhersagbar, überwachbar und ohne schädliche Nebenwirkungen sein. Die Forschenden beschäftigen sich zunächst mit der Entwicklung neuer Methoden zur Quantifizierung und der mathematischen Beschreibung der relevanten Prozesse, die der Dimensionierung und Auslegung der Speicher zugrunde liegen. Parallel dazu erfolge die Erforschung der Markteinbindung.   

Bild: ANGUS-Projekt (AG Bauer) – Unterirdische Varianten von Energiespeichern in natürlichen geologischen Formationen. 

AK
14.05.17

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