Festsilicon mit Gas geschäumt

Das Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen erforscht den Einsatz von Gas zum Aufschäumen von Festsiliconkautschuken. Gas stellt als physikalisches Treibmittel eine Alternative zu den herkömmlichen chemischen Treibmitteln dar.

Als geschäumte Dichtung oder Isolierung wird Festsiliconkautschuk z. B. im Automobilbau oder im Baugewerbe eingesetzt. Durch das Verfahren der Direktbegasung einer
Siliconkautschukmischung mit Inertgasen wie Stickstoff oder Kohlendioxid bieten sich viele
Vorteile gegenüber dem Einsatz chemischer Treibmittel: diese Gase sind toxikologisch und ökologisch unbedenklich und zudem noch kostengünstig. In Kombination mit dem Werkstoff Festsilicon eröffnen sich viele neue Einsatzmöglichkeiten, etwa in der Medizintechnik oder im Lebensmittelsektor.


Das IKV untersucht auf einer Labor – Extrusionsanlage alternative Verarbeitungsverfahren zur industriellen Herstellung geschäumter Halbzeuge aus Silicon, bei denen bislang chemische Treibmittel zum Einsatz kommen. Bei diesem Prozess wird das gasförmige Treibmittel direkt in den Zylinder des Extruders injiziert und im Material gelöst. Beim Verlassen der Düse kommt es aufgrund des Druckabfalls zur Phasentrennung und zu einem Aufschäumen.


In ersten Untersuchungen mit Stickstoff als Treibmittel konnten bereits einige wesentliche
Einflussparameter auf die Profilqualität definiert werden. In den Versuchen werden auf dem Markt verfügbare Materialien sowie eine konventionelle Anlagentechnik eingesetzt, um eine möglichst einfache Übertragbarkeit auf den industriellen Maßstab sicherzustellen.
Das Projekt wird über die AiF (Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen) im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und -entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert.

Erstellt am 10.10.2012

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