Garn spinnen aus Algenöl

Die Kunststoffgewinnung aus Algenöl ist ein EU-Rahmenprogramm, an dem sich das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT beteiligt.

Das Projekt mit der Bezeichnung »SPLASH – Sustainable Polymers from Algae Sugars und Hydrocarbons« widmet sich der Gewinnung von Zucker und Kohlenwasserstoffen aus Algenöl. Fraunhofer UMSICHT erforscht die Verarbeitung der Kohlenwasserstoffe der Algen, aus denen Kunstoffmonomere gewonnen werden sollen. Die Ergebnisse werden auf der neuen Website dokumentiert. Da sich langkettige Verbindungen beispielsweise in Form von Lipiden in den Membranen der Alge befinden, müssen die Zellen generell aufgebrochen werden, um an ihre wertvollen Inhaltsstoffe zu gelangen. Nicht so bei der Grünalge »Botryococcus braunii«. Ihre Besonderheit: Sie lässt sich »melken«. Das heißt, der gewünschte Rohstoff wird von den Mikroorganismen ausgeschieden und kann so beispielsweise über Umkehrosmose-Membranen gewonnen werden, ohne dass die Algenzelle zerstört wird. Eine Algenzelle kann infolgedessen mehr Öl im Laufe ihres Lebens mit geringerer Menge an Energie produzieren.

Das Vier-Jahres-Projekt SPLASH umfasst die gesamte Prozesskette von der optimierten Produktion von Biomasse aus Algen über die Produktentwicklung bis hin zur Produktion von Kunststoffmonomeren. Ziel ist die Entwicklung von hochwertigen Endprodukten wie Fasern für Garne, Seile und Netze aus Algen-Zucker und -Kohlenstoff. Unter der Leitung von Wageningen UR Food & Biobased Research setzen sich die insgesamt 20 Partner zu 55 Prozent aus Unternehmen und 45 Prozent Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen. Das Projektkonsortium plant für die Zukunft eine Plattform, die Wissen, Werkzeuge und Technologien anbieten will. Hiermit soll eine Branche, die Algen bzw. Algengene als Ausgangsmaterial zur Produktion von Polymeren nutzt, entscheidend unterstützt werden.

Erstellt am 9.4.2013

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