Glasähnlicher Charakter

Spezielles Pleaxiglas mit höherer Widerstandskraft für Frontscheiben entwickelt.

Die A-Säulen des MINI, die die große Frontscheibe an den Seiten einrahmen, waren früher aus Metall und in Wagenfarbe lackiert. Dies führte jedoch zu einer optischen Unterbrechung. Die überarbeitete Version setzt auf eine Alternative: eine hoch-glänzende Säulenblende in piano-black, die durch ihren glasähnlichen Charakter die Frontscheibe noch einmal vergrößert. Realisiert werden konnte dieses Design mit PLEXIGLAS®, oder chemisch korrekt Polymethylmethacrylat (PMMA). Für Anwendungen, bei denen eine höhere Widerstandskraft gegen Steinschlag gefordert ist, wie beim Kühlergrill oder dem Spiegelgehäuse, wurde eine neue Spezial-Formmasse entwickelt: PLEXIGLAS® Hi-Gloss NTA-5.Mit dem Marken-PMMA von Evonik sind hochglänzende Class A-Oberflächen mit einer hohen Farbtiefe und Robustheit möglich. „Weil unser Material hochglänzend ist, entsteht ein glasähnliches, sehr edles Aussehen, das den optischen Eindruck von lackierten Oberflächen übertrifft. Denn diese haben immer eine gewisse Unruhe, dagegen ist die spritzgegossene Blende nahezu perfekt“, erklärt Tony Halbländer, Senior Technical Marketing Manager bei Evonik, der damals auf Seiten von PLEXIGLAS® Projektleiter für die Einführung des Bauteils beim MINI war. Der glasähnliche Charakter der Oberfläche bleibt dabei dauerhaft erhalten: PLEXIGLAS® ist beständig gegen Kraftstoffe und Chemikalien, und darüber hinaus ausgezeichnet UV- und witterungsbeständig. Ein aktueller Witterungstest der Evonik im Labor bestätigt: Im Vergleich zu anderen Kunststoffen blieb PLEXIGLAS® über die gesamte Lebensdauer eines Fahrzeugs optisch fast unverändert. Werkstattblick: Serienreife in Team-Arbeit erreicht. In der arbeitsteiligen modernen Automobilfertigung arbeiten Automobilhersteller, direkte Zulieferer und die Hersteller von Materialien eng zusammen. Die ersten serienreifen nicht-transparenten, hochglänzenden Karosserieanbauteile aus PLEXIGLAS® entstanden in enger Zusammenarbeit verschiedener Unternehmen. So wurde das Produkt mit direktem Feedback des Verarbeiters, des Maschinenherstellers, des Werkzeugbauers und des Endkunden (BMW) entwickelt – damals wie heute, eine wichtige Basis für den Erfolg.Auf die Verbindung aus wirtschaftlicher Produktion und hochwertiger Optik mit langer Haltbarkeit setzt auch MINI seit mehr als 15 Jahren. „Die A-Säulenblende des MINI war unsere erste Serienanwendung für hochglänzende Karosserieanbauteile aus PLEXIGLAS®“, erläutert Halbländer. Seit dem Start sind mehr als drei Millionen MINI vom Band gelaufen – alle mit der gleichen A-Säulenblende aus PLEXIGLAS® an Bord. Nach der ersten Generation des neuen MINI im Jahr 2001 sind 14 weitere Varianten des Klassikers auf den Markt gekommen, beispielsweise der beliebte Clubman. Mit dem Wachstum der MINI-Familie wuchsen auch die Einsatzgebiete der hochglänzenden Abdeckungen aus PLEXIGLAS®. Beispielsweise seit dem Facelift 2007 besteht auch die C-Säule, die im Vergleich zu den Vorgängermodellen deutlich größer geworden ist, aus dem Evonik-Produkt. Beim MINI Cabrio wiederum schließt die Windschutzscheibe nach oben mit einer Blende aus dem Marken-PMMA ab. Eine Funktion, die alle Bauteile aus PLEXIGLAS® vereint: Das Marken-PMMA ist leichter als Metall und trägt damit dazu bei, das Gewicht der Fahrzeuge zu reduzieren – kein unwesentlicher Aspekt im Hinblick auf die elektromobile Zukunft.

17.04.17
AK

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