Haferspelzen gegen Abrieb von Kunststoffen

Die Professur Fördertechnik der TU Chemnitz hat gemeinsam mit regionalen Unternehmen in einem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit rund 400.000 Euro für zwei Jahre geförderten Projekt ein Kunststoff-Compound entwickelt, das zu 60 Prozent aus dem nachwachsenden Rohstoff Haferspelzen besteht.

Die Spelzen, die die Blüten des Korns umgeben, werden beim Hafer bereits vor dem Quetschen der Körner in der Verarbeitung ausgesondert; Anwendungen für dieses Material gibt es derzeit nur eines: der Bäcker streicht die Backfläche mit einer Handvoll Spelzen ein – das verhindert, dass der Teig kleben bleibt und anbrennt. Haferspelzen überstehen bis zu 220 Grad Celsius, so dass eine Einkompoundierung in verschiedene Kunststoffe aus thermischer Sicht möglich ist.
 
Untersucht haben die Wissenschaftler verschiedene Kunststoffarten, unterschiedliche Körnungen der Haferspelzen, die Mischungsverhältnisse und Kennwerte für Reibung und Verschleiß sowie mechanische Eigenschaften. Als optimal stellte sich eine Mischung von Polyethylen (PE) mit 60 Prozent Haferspelzen heraus. Vorteile des neuen Materials zeigten sich bei Reibung und Verschleiß und in einer bis 30 % igen Kosteneinsparung durch den preiswerten Füllstoff.  Nachteile zeigen sich bei den mechanischen Eigenschaften. Auch bei starken Schwankungen der Luftfeuchtigkeit ist der Werkstoff nicht geeignet, da die Haferspelzen aufquellen können.  
Einsatzmöglichkeiten für das Compound bieten sich dort, wo tribologische Problemstellungen ein Einsparungspotenzial für Energie darstellen, also auch in der Fördertechnik. Derzeit arbeiten die Wissenschaftler daran, statt kleiner Probekörper große Halbzeuge herzustellen.  

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