Haifischhaut für Flugzeuge, Schiffe und Windenergieanlagen

Das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung – IFAM – in Bremen entwickelte einen Lack und die dazugehörige Fertigungstechnik, der den extremen Anforderungen in der Luftfahrt Stand hält, den Strömungswiderstand reduziert bei Temperaturschwankungen von -55 bis +70 Grad Celsius, intensiver UV-Bestrahlung und hohen Geschwindigkeiten. Das Vorbild für die Struktur des Lacks kommt von den Schuppen schnell schwimmender Haie.

Ein wesentlicher Bestandteil sind Nanopartikel, die dafür sorgen, dass der Lack gegen UV-Strahlung, Temperaturwechsel und mechanische Belastungen dauerhaft resistent ist. Er lässt sich über eine Matrize problemlos auf dreidimensional gekrümmten Flächen aufbringen und wird anschließend mittels UV-Bestrahlung gehärtet. Die Matrize gibt dem Lack seine Haifischhaut-Struktur. Auf jedes Flugzeug angewandt, ließe sich jährlich weltweit eine Menge von 4,48 Mio Tonnen Treibstoff einsparen. Das gilt auch für Schiffe, da die Wandreibung in einem Test um mehr als fünf Prozent reduziert werden konnte. Das bedeutet hochgerechnet auf ein Jahr ein Einsparungspotenzial von 2.000 Tonnen Treibstoff für ein großes Containerschiff. Das IFAM sieht eine weitere interessante Anwendungsmöglichkeit bei Windenergieanlagen, wo der Luftwiderstand an den Rotorblättern reduziert werden kann. Der neue Lack würde den Wirkungsgrad der Anlagen – und damit den Energiegewinn – verbessern.

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Bild: Fraunhofer / Dirk Mahler – Yvonne Wilke, Dr. Volkmar Stenzel und Manfred Peschka entwickelten ein Lacksystem, das den Strömungswiderstand bei Flugzeugen und Schiffen reduzieren kann. Das spart Treibstoff.

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