Hoch-hitzestabilisiertes Polyamid

Für Kraftstoff sparende Motoren setzen die OEM vermehrt auf Motoren mit kleinerem Hubraum mit einer leistungsfähigeren Turbo-Aufladung.

Für die im Ladeluftsystem eingesetzten Materialien bedeutet dies in erster Linie extreme Belastungen durch höhere Ladeluftdrücke und -temperaturen. EMS-GRIVORY, Domat/Ems Schweiz, hat für diesen Anwendungsbereich mit Grivory HT2VS-HH ein neues, hoch-hitzestabilisiertes, teilkristallines thermoplastisches Polyamid auf Basis von Polyphthalamid (PPA) entwickelt.Während vor zehn Jahren Ladeluftdrücke von etwa 1,5 bar und Ladelufttemperaturen bis max. 200°C üblich waren, so bewegen sich die Maximaldrücke aktuell im Bereich von 3,3 bar und Dauer- bzw. Spitzentemperaturen von 210°C – 230°C. Mit den hitzestabilisierten  Polyamiden Grilon TSG-W und Grilon TSG-W2 führt EMS-GRIVORY zwei Werkstoffe für diesen Temperatur- und Druckbereich. Allerdings werden im Zuge der Anpassung der Antriebe an die kommende Euro 6-Norm die Anforderungen weiter steigen, wobei Spitzen-temperaturen bis zu 250°C eher die Regel als die Ausnahme bilden werden. Mit diesem Temperaturanstieg bis in die Nähe des Schmelzpunktes aliphatischer Polyamide werden Werkstoffe auf Basis von PA66 und PA6 an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit stoßen. Die neuen modifizierten Polyphthalamide sind besonders für den Langzeiteinsatz bei extremen Dauertemperaturen prädestiniert. Sie besitzen eine Hitzealterungsbeständigkeit über einen breiten Temperaturbereich von 180°C bis 250°C.  Bemerkenswert am neuen EMS-Werkstoff ist, dass die Alterungsbeständigkeit mit steigenden Temperaturen sogar zunimmt! Im obersten Bereich von 230 bis 250°C besitzen die Produkte einen hohen Eigenschafts-erhalt. So zeigt Grivory HT2VS-HH beispielsweise bei 250°C über 3000 Stunden eine nahezu konstante Bruchspannung. Bild: EMS-CHEMIE AG – Lade-luftkühler des VW Amarok aus Grilon TSG-W2.

Erstellt am 22.11.2013

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