Kraftstoffe aus Restbiomasse

Zum ersten Mal wird am Karlsruher Institut für Technologie(KIT) Benzin hergestellt: Die Synthesestufe der bioliq®-Pilotanlage ging erfolgreich in Betrieb. Damit ist das KIT gemeinsam mit der Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH bei der Herstellung umweltfreundlicher Kraftstoffe aus Restbiomasse weiter vorangekommen.

Der gesamte bioliq®-Prozess (Biomass to Liquid Karlsruhe) besteht aus vier Stufen. In der ersten Stufe wird die trockene Restbiomasse, die räumlich weit verteilt anfällt und einen niedrigen Energiegehalt hat, dezentral durch Schnellpyrolyse in eine rohölartige Substanz von hoher Energiedichte umgewandelt. Diese Substanz, der sogenannte bioliqSynCrude®, lässt sich wirtschaftlich über große Strecken transportieren und zentral weiterverarbeiten. Ein Hochdruck-Flugstromvergaser setzt den bioliqSynCrude® bei Temperaturen über 1200°C und Drücken bis zu 80 bar zu einem teerfreien Synthesegas um. Dieses Synthesegas besteht zum Großteil aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff. Bei der anschließenden Heißgasreinigung geht es darum, Störstoffe wie Partikel, Chlor- und Stickstoff-Verbindungen aus dem Synthesegas abzutrennen, das in der Synthesestufe gezielt zu maßgeschneiderten hochwertigen Kraftstoffen zusammengesetzt wird.Mit der bioliq®-Synthesestufe ging nun die letzte der großen Teilanlagen der bioliq®-Pilotanlage erfolgreich in Betrieb. Die Synthesestufe setzt – anschließend an die Heißgasreinigung – Synthesegas in zwei Reaktionsstufen zu hochwertigem Ottokraftstoff um.  Die Errichtung der bioliq®-Synthesestufe hat ein Investitionsvolumen von rund 22 Millionen Euro. 50 Prozent davon wurden durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) sowie Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert.   Die verbleibenden Investitionskosten übernahmen das KIT und der Industriepartner Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH.   Bild: KIT/Tom Zevaco –  bioliq®-Anlage am KIT macht aus Stroh synthetische Kraftstoffe

Erstellt am 7.10.2013

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