Kreisverkehr für Erfurter PVC-Altfenster

Voll eingerüstet steht das Verwaltungszentrum der Erfurter Verkehrsbetriebe AG.

Für den sechsgeschossigen Mauerwerksbau aus dem Jahr 1990 wurden eine energetische Sanierung der Fassade sowie die Renovierung des veralteten Heizsystems erforderlich. Die Energiewerte des Bürogebäudes entsprachen nicht mehr den Anforderungen der Energieeinsparverordnung. So war der Wärmedämmputz teilweise gerissen und abgebröckelt. Im Zuge der Fassadenerneuerung wurden auch 179 ausgediente PVC-Fenster gegen neue Kunststofffenster ausgetauscht. „Ihre Entsorgung erfolgt im umweltfreundlichen Materialkreislauf unseres bundesweiten PVC-Altfensterrecyclingsystems“ so Michael Vetter, Geschäftsführer der Rewindo GmbH Fenster-Recycling-Service, Bonn. Austausch aus energetischen Gründen Die alten Kunststofffenster wiesen laut bauphysikalischem Gutachten besonders in punkto Dichtheit und Rahmendämmung nicht mehr den heutigen Stand der Technik auf, so dass aus energetischen Gründen ein Austausch erforderlich war. Die neuen Schüco-Fenster der Marke „Living“ entsprechen dem modernen U-Wert 1,1 W/m2K. Das ausführende Fensterbauunternehmen Luft Fenstertechnik GmbH aus Apolda musste bei den Austauscharbeiten Rücksicht darauf nehmen, dass der Bürobetrieb im Verwaltungszentrum auch während der Bauarbeiten weitergehen konnte. Bis November 2020 soll die Sanierung des Gebäudekomplexes abgeschlossen sein. Umweltbewusstsein auch bei der Entsorgung Bauherr, Architekturbüro Erfurt & Partner und Fensterbauer zeigten nicht nur in Sachen Energieeinsparung, sondern auch hinsichtlich der Entsorgung der PVC- Altfenster Umweltbewusstsein. Die ausgebauten Fensterelemente wurden in einem Container gesammelt und zur Recyclinganlage des Rewindo-Recyclingpartners VEKA Umwelttechnik GmbH in Hörselberg-Hainich, nördlich von Eisenach, transportiert. Es handelt sich dabei um eine der größten und modernsten Fensterrecyclinganlagen Europas. 2017 wurde sie mit dem Strategiepreis des Bundesverbandes „Strategie Forum“ ausgezeichnet. Die PVC-Altfenster werden dort zunächst geshreddert und weiter zerkleinert. Dann erfolgt in unterschiedlichen Verfahren die sortenreine Trennung in Metall, Gummi, Glasreste und Kunststoff. Letzterer wird erhitzt und durch einen Filter gepresst, um letzte Fremdpartikel auszusondern. Das dabei zurück gewonnene reine PVC-Granulat ist schließlich der Ausgangsstoff für neue Kunststofffenster mit Rezyklatkern. Über 35.500 PVC-Regranulat in 2019 „Aus alten Fenstern werden ohne Abstriche an den bauphysikalischen Eigenschaften wieder neue Fenster. Deren Profilkern besteht aus Recycling-PVC, nur an der Oberfläche des Profils wird aus optischen Gründen Neumaterial verwendet“, erläutert Vetter. Zusammen mit seinen Recycling- und Logistikpartnern konnte Rewindo im Jahr 2019 im Rahmen des werkstofflichen Recyclings einen Output von über 35.500 Tonnen Regranulat aus PVC-Altfenstern, -rollläden und -türen erzielen. Das entspricht in etwa zwei Millionen alten Kunststofffenstern. Ehrgeizige Recyclingziele für Europa Das hat auch auf europäischer Ebene Bedeutung. Vetter: „Aufgaben und Maßnahmen der Rewindo stehen im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen der europäischen PVC-Branche VinylPlus®. Ihr Ziel ist es, dass bis zum Jahr 2025 in Europa etwa 900.000 Tonnen und bis 2030 jährlich 1.000.000 Tonnen PVC- Produkte recycelt werden.“ Darüber hinaus hat sich die Fensterprofilbranche durch ihren im letzten Herbst erfolgten Beitritt zur Circular Plastics Alliance (CPA) der EU- Kommission für weitere ambitionierte Umweltziele verpflichtet. Bis 2025 sollen im Rahmen der CPA 10 Millionen Tonnen Kunststoff-Rezyklate in neuen Kunststofferzeugnissen Verwendung finden und so den Materialkreislauf weiter schließen. Bild: Rewindo GmbH AK
7.7.20

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