Kunststoffe in Agrarflächen

Wie lassen sich Kunststoffe – insbesondere Mikroplastik – in Argrarböden nachweisen?

Eine entsprechende Methode wurde im Rahmen einer Masterarbeit im iMulch-Projekt entwickelt.Konkret lassen sich mit der Methode wichtige Parameter wie Größe, Anzahl und morphologische Beschaffenheit der Kunststoffpartikel bestimmen. Zunächst werden Kunststoffe aus den Bodenproben mittels einer Abfolge physikalischer und chemischer Prozessschritte aus der heterogenen Bodenmatrix, die neben Anorganik auch eine Vielzahl organischer Bestandteile enthält, isoliert. Anschließend werden die extrahierten Partikel visuell und digital-mikroskopisch untersucht und kategorisiert. Abschließend erfolgt mittels Spektrometrie der Nachweis, ob es ein Kunststoff ist, und die Bestimmung des Polymertyps.Die Methode kam auf fünf verschiedenen Feldflächen erfolgreich zum Einsatz. Eines der Ergebnisse: Konventionelle Agrarflächen weisen eine rund dreifach höhere Mikroplastik-Belastung auf als ökologisch bewirtschaftete Felder. Die Untersuchungen ergaben je Feld Funde von mehr als 10 Partikeln pro 1 g Bodenprobe. Hochgerechnet betrug die Masse an Kunststoff 460 g pro Hektar Ackerfläche. Wichtig ist, dass Ergebnisse aus einigen Probenahmen immer nur eine Momentaufnahme, einen Ausschnitt aus der Realität liefern. Um realistische Mengen an Mikroplastik auf Agrarflächen zu quantifizieren und zu verifizieren, bedarf es einer Vielzahl weiterer Untersuchungen. Diese Aufgabe wollen die UMSICHT-Forschenden mit der neuen Methode angehen.Zum ProjektiMulch wird mit Mitteln aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) »Investitionen in Wachstum und Beschäftigung« gefördert. Zielsetzung des Projektes: Methoden zu entwickeln und zu validieren, die den Nachweis von Kunststoffen (Mikro- und Makroplastik) in Böden und Drainagegewässern ermöglichen. Dabei sollen vorranging der Nachweis von möglichen Effekten auf das Bodenökosystem, aber auch die Wirkung des Drainagewassers auf kommunale Abwasserreinigungsverfahren analysiert werden.

AK
15.12.20

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