Leitende Komposite zur Meerwasserentsalzung

Für Meerwasser- Entsalzungsanlagen werden derzeit Rohre aus einem Spezialstahl oder Titan verwendet. Auf der Messe Composites in Düsseldorf stellen Forscher des Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Bremen einen wärmeleitenden Kunststoff vor, der das Titan bald ersetzen könnte.

Bei der Entsalzung von Meerwasser verdampft an beheizten Rohren Wasser, und zurück bleibt eine salzige, hochkorrosive Lauge, die bisher den Einsatz von Titan oder hochlegierten Stählen erforderte. Forscher des IFAM entwickeln nun eine Alternative zu den Titanrohren: Rohre aus Polymerkompositen mit bis zu 50 Volumenprozent an Kupfermikrofasern, die die Wärme besonders gut übertragen. Sie lassen sich als Endlosware herstellen und sind entsprechend kostengünstiger als die Metallrohre. Die Verarbeitungseigenschaften des Komposits sollen sich dadurch nicht verändern, es lässt sich weiterhin wie ein Polymer verarbeiten.


Zur Optimierung der Wärmeleitfähigkeit und zur Überprüfung von Bewuchs durch Mikroorganismen werden die Rohre in eine Pilot-Meerwasser Entsalzungsanlage eingesetzt. Den Verdampfungsprozess haben die Forscher so eingestellt, dass er bei einer Temperatur von 70 Grad Celsius abläuft. Bei dieser Temperatur bildet sich weniger Belag auf den Rohren, das Material korrodiert nicht so schnell und der Druckunterschied zwischen Innen- und Außenseite des Rohres wird nicht so groß.
Die Einsatzgebiete für das Material sind nicht auf die Meerwasserentsalzung beschränkt.

Erstellt am 10.10.2012

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