Lignin für Klebstoffe und Lacke

Aromatische Verbindungen aus dem Holzbestandteil Lignin könnten bei der Herstellung von Klebstoffen oder Lacken erdölbasierte Substanzen ersetzen und damit »grünere« Produkte ermöglichen.

Allerdings lassen sich die Aromaten in einer verwertbaren Form bislang sehr schwer aus dem Lignin herauslösen. Forscher vom Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) in Leuna entwickeln ein neues Verfahren, um die begehrten Substanzen leichter zugänglich zu machen.  Lignin ist in der pflanzlichen Zellwand eingelagert und verleiht dem Holz seine Druck- und Bruchfestigkeit. Es fällt  in erster Linie in der Papier produzierenden Industrie an. Allein ein Zellstoffwerk produziert pro Jahr mehrere hunderttausend Tonnen Lignin, das in der Regel zur Energiegewinnung verbrannt wird. Auch bei der Produktion von Bioethanol mittels Säureverfahren, etwa aus Stroh, bleibt Lignin als Nebenprodukt übrig.  Im Projekt »Lignoplast« entwickeln Forscher von drei Fraunhofer-Instituten in Kooperation mit mehreren Universitäten und Partnern aus der Industrie neue Verfahren, um die aromatischen Verbindungen aus Lignin leichter gewinnen zu können. Am Fraunhofer CBP existiert eine Pilotanlage, um Lignozellulose zu raffinieren. Solche Anlagen sind ein relativ neuer, viel versprechender Ansatz, um sämtliche chemischen Bestandteile von Holz in hochreiner Form zu gewinnen und weiter zu verarbeiten.Das Fraunhofer-Team hat nun einen Weg gefunden, die Lignin-Moleküle in kleinere Einheiten zu spalten. Diese Bruchstücke enthalten zwar immer noch ein Gemisch aus 10 bis 30 verschiedenen Aromaten, das sich zu einem wirtschaftlich vertretbaren Aufwand auch nicht weiter aufreinigen lässt. Im Bereich von Harzen, Klebstoffen oder Lacken kommen jedoch in der Regel sowieso Aromatengemische zum Einsatz. Um die Aromaten zu Klebstoffen oder Lacken weiterzuverarbeiten, muss das Gemisch noch chemisch modifiziert und an die jeweilige Anwendung angepasst werden.Bild: © Fraunhofer IGB – In der Pilotanlage in Leuna wird Holz in die einzelnen Bestandteile zerlegt. Hier: Aufgeschlossenes Buchenholz.

Erstellt am 19.1.2014

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