Lithiumgewinnung

Forscher der TU Bergakademie Freiberg gewinnen Lithium aus Altbatterien mit gleichem Verfahren, mit dem auch aus dem Lithiummineral Zinnwaldit Lithium gewonnen werden kann.

Dieses Verfahren wurde patentiert. Das zerkleinerte Material des Zinnwaldit wird zunächst auf ca. 1.000°C erhitzt. Dabei entsteht das lithiumreiche Silikat β-Spodumen. Unter Zugabe von CO2 und Wasser als Laugungsmedium wird das im Spodumen enthaltene Lithium zu Lithiumhydrogencarbonat überführt. Die gering konzentrierte Lithiumhydrogencarbonat-Lösung lässt sich mit Hilfe der Elektrodialyse anreichern. Wird das dabei erhaltene Konzentrat erhitzt, entweicht das CO2 und es entsteht Lithiumcarbonat, welches sich einfach abtrennen lässt.Dieses Verfahren eignet sich auch für Altbatterien. Der entladene Akkumulator wird zunächst zerkleinert. Anschließend werden die darin enthaltenen Metalle und Kunststoffe von den nichtmagnetischen Schicht- und Elektrolytmaterialien, der so genannten „Schwarzmasse“, abgetrennt. In dieser Fraktion befindet sich neben Kobalt unter anderem noch Kohlenstoff und Lithium. Die Freiberger Forscher nutzen nun den beim Zinnwaldit bewährten Verfahrensansatz und geben CO2 und Wasser als Laugungsmedium hinzu, bevor die Wertkomponente Kobalt ausgeschmolzen wird. Auf diese Weise wird das in der Masse enthaltene Lithium selektiv abgetrennt und in Lithiumcarbonat umgewandelt.  Mit diesem Verfahren ist es möglich, eine Tonne Lithiumcarbonat zu vergleichbaren Preisen zu gewinnen, wie sie derzeit auf dem Weltmarkt üblich sind. Derzeit liegt der Weltmarktpreis für Lithiumcarbonat bei ca. 7300 US-Dollar je Tonne  Bis 2020 könnte laut Experten der Preis auf ca. 25000 US-Dollar je Tonne steigen. Die Verfahrensentwicklung ist ein wichtiger Schritt, um die bislang bestehende Importabhängigkeit durch Nutzung primärer und sekundärer Ressourcen zu verringern.Bild: TU Bergakademie Freiberg – Das Lithiummineral Zinnwaldit

Erstellt 1.6.2016

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