Magnet-3D-Druck

Das Funktionsprinzip des Magnet-Druckers ist im Grunde dasselbe wie für Kunststoffstrukturen.

An der TU Wien entstand der erste 3D-Drucker, mit dem man Objekte aus magnetischen Materialien herstellen kann. Der Magnet-Drucker arbeitet mit speziell hergestellten Schnüren aus magnetischem Mikro-Granulat, das von einem Kunststoff-Bindematerial zusammengehalten wird. Im Drucker wird das Material erhitzt und mit einer Düse Punkt für Punkt an den richtigen Stellen aufgebracht. So entsteht ein dreidimensionales Objekt, das zu ungefähr 90% aus magnetischem Material und zu 10% aus Kunststoff besteht.

Das Endprodukt ist zunächst noch nicht magnetisch, weil das Granulat in unmagnetisiertem Zustand eingebracht wird. Das fertige Objekt wird erst am Ende einem starken äußeren Magnetfeld ausgesetzt, dadurch wird es zum Permanentmagneten. Das ermöglicht komplex geformte Magneten in einem Größenbereich von wenigen Zentimetern bis zu Dezimetern, mit einer Genauigkeit von weit unter einem Millimeter sowie präzise maßgeschneiderte Magnetfelder, wie man sie etwa für Magnetsensoren benötigt. Unterschiedliche magnetische Materialien lassen sich verarbeiten.

Das neue Verfahren ist nicht nur schnell und preiswert, es eröffnet auch Möglichkeiten, die mit anderen Techniken undenkbar waren: So könnten etwa in einem einzigen Magneten unterschiedliche Materialien verarbeitet und damit ein sanfter Übergang zwischen starkem und schwachem Magnetismus erzeugt werden.Rückfragehinweis:

Dr. Dieter Süss
Institut für Festkörperphysik
Technische Universität Wien
Wiedner Hauptstraße 8-10, 1040 Wien
T: +43-1-58801-13746
Originalpublikation: Huber et al., Applied Physics Letters (109, 16); DOI: 10.1063/1.4964856
 
Bild: TU Wien – Eine becherartige Form (rechts unten), hergestellt im 3D-Drucker






8.11.16
gefunden von Michael John

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