Microplastik durch Reifen

Eintragspfade von Reifenmaterial in die Flüsse und Seen identifizieren

In einem mit 1,6 Millionen Euro geförderten Forschungsprojekt an der TU Berlin werden Maßnahmen entwickelt, die Eintragspfade von Reifenmaterial in die Flüsse und Seen zu identifizieren, zu bilanzieren und Maßnahmen der Reduzierung aufzuzeigen.Viele Fragen rund um den Reifenabrieb in Gewässern sind noch ungeklärt. Der größte Teil davon wird bei Regen mit dem Straßenoberflächenwasser in die Oberflächengewässer eingetragen, meist unbehandelt. Die Weg der Reifenpartikel, die während der Nutzung des Reifens in die Umwelt gelangen, sollen umfassend beschreiben werden und darüber hinaus der gesamte Lebenszyklus verfolgt werden.


Die Untersuchungen werden im Labor, auf kontrollierten Teststrecken und auf verschiedenen Straßentypen durchgeführt. Um den Zusammenhang von Verschleiß und Fahrdynamik zu erfassen, werten die Forscher vorhandene Daten aus, führen Fahrversuche auf der Teststrecke von Continental (Contidrom) durch und simulieren   unterschiedliche Belastungsszenarien. Zentral ist auch die Entwicklung von Körben zur Probennahme, mit denen die Reifenpartikel aus dem Straßenwasserabfluss aufgefangen und anschließend analysiert werden können. Außerdem werden ausgewählte Maßnahmen verifiziert, die den Eintrag von Reifenmaterial in die Oberflächengewässer reduzieren könnten. Aus den verschiedenen Einflussfaktoren werden schließlich eine Bewertungsmatrix, die es Planern, Kommunen und Straßenreinigungsbetrieben ermöglicht, für unterschiedliche Standorte geeignete Maßnahmen abzuleiten entwickelt. Es ist außerdem vorgesehen, die Ergebnisse in nationale und europäische Normen und Regelwerke einfließen zu lassen.

AK
12.11.17

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