Mikroplastik in Binnengewässern

Datengewinnung zum Vorkommen von Mikroplastik in Fischbeständen bayerischer Seen.

In einem neuen, auf drei Jahre angelegten Forschungsprojekt am bayrischen Landesamt für Umwelt sollen ab 1. April 2021 weitere Daten zum Vorkommen von Mikroplastik in Fischbeständen bayerischer Seen gewonnen werden. Daneben ist ein aktives Muschelmonitoring an Fließgewässern vorgesehen. Auf diese Weise können mögliche Quellen und Eintragswege von Mikroplastik erfasst werden. Das bayrische Umweltministerium fördert das Projekt mit rund 280.000 Euro.Nach Aussage des Ministeriums liegen folgende Ergebnisse aus vorausgegangenen Studien vor:In Mehrzahl handle es sich um sogenanntes sekundäres Mikroplastik. Primäres Mikroplastik, wie zum Beispiel Kunststoffbeads aus Körperpflegeprodukten, lieferten dagegen keinen nennenswerten Beitrag zum Vorkommen von Mikroplastik in bayerischen Gewässern.Muscheln könnten bereits aufgenommene Kunststoffpartikel auch wieder abgebenAuswirkungen auf den Stoffwechsel der Muscheln sei dabei nach bisherigem Kenntnisstand gering. Erst das neue Forschungsprojekt könne allerdings eine abschließende Risikobewertung der in bayerischen Gewässern ermittelten Konzentrationen von Mikroplastik für Fische und andere Wasserlebewesen ermöglichen.Ausgewählte, bereits vorliegende Studien zu Mikroplastik in Binnengewässern:In 2020 gab es Untersuchungen zu Mikroplastik im Sediment der Elbe. Forscher des Bundesanstalt für Gewässerkunde und der Goethe-Universität Frankfurt haben gemeinsam das Vorkommen von Mikroplastik in der Elbe untersucht. Dazu haben sie das Flusswasser und die Flusssedimente von der mittleren über die untere bis hin zur äußeren Elbe beprobt. Ziel war es, die Verteilung von Mikroplastik in Flusssystemen besser zu verstehen.Untersuchungen zu Mikroplastik in bayrischen Seen hat das bayrische Landesamt für Umwelt im Jahr 2019 veröffentlicht. Der Bericht liefert einen ersten Überblick zum Vorkommen von Makro- und Mikroplastik an vier bayerischen Seen. Ausgewählt wurden die drei Alpenseen Chiemsee, Starnberger See und Ammersee sowie der Altmühlsee. Dabei wurden die vier verschiedenen Gewässerkompartimente Wasseroberfläche, Wassersäule, Ufersediment und Grundsediment in die Untersuchungen miteinbezogen. Sowohl die Probenahmen als auch die Analysen erfolgten an der Universität Bayreuth. Zum qualitativen und quantitativen Nachweis von Mikroplastikpartikeln wurde die Fourier-Transformations-Infrarot-Spektroskopie (FTIR_Spektroskopie) eingesetzt.In einer ersten Analyse -Ergebnisbericht aus 2018 – von oberflächennahen Wasserproben an 25 Flüssen im Einzugsgebiet von Rhein und Donau auf Mikroplastik wurden insgesamt 52 Proben mit Hilfe der FTIR-Spektroskopie untersucht. Die Ergebnisse bilden einer der größten, methodisch einheitlich gewonnenen Datensätze zum Vorkommen von Plastikpartikeln in Flüssen.

AK
18.2.21

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