Millimeter dick, endlosfaserverstärkt

Großflächige Strukturbauteile lassen sich mit Hilfe endlosfaserverstärkter thermoplastischer Verbundhalbzeuge besonders dünn und leicht konstruieren.

Gleichzeitig können sie direkt mit zahlreichen Funktionen ausgestattet werden. Das zeigt das Beispiel einer neuen, nur einen Millimeter dicken Modulträgerplatte für das S-Klasse Cabrio von Mercedes-Benz. Auf dieser sind diverse Steuergeräte untergebracht. Die Platte wird im Hybrid Moulding-Verfahren gefertigt. Zum Einsatz kommt dabei das endlosglasfaserverstärkte Polyamid 6-Verbundhalbzeug Tepex dynalite 102-RG600(2)/47 % von der LANXESS-Tochtergesellschaft Bond-Laminates GmbH mit Sitz in Brilon.Die rund 0,5 Meter mal 0,5 Meter große Modulträgerplatte sitzt unterhalb des Kofferraums und wiegt rund die Hälfte weniger als die bisher eingesetzte Trägerplatte aus Aluminium.  Der Hersteller der Trägerplatte, die Pöppelmann Kunststofftechnik GmbH & Co. KG, arbeitete die Bauteildetails – wie etwa die Integration der Funktionen – weiter aus, entwickelte den vollautomatischen One Shot-Fertigungsprozess im Hybrid Moulding-Verfahren und validierte das Bauteil. Das Hybrid-Moulding-Verfahren geht von einem Einleger aus Tepex dynalite aus, der aufgeheizt, plastifiziert und in einem One Shot-Prozess geformt und mit Durethan BKV 30 H2.0, einem kurzglasfaserverstärkten Polyamid 6 von LANXESS, umspritzt wird.

Dank des Hybrid Moulding-Verfahrens lassen sich die Vorteile des Spritzgusses für das Composite-Bauteil nutzen. So sind Schraubdome, Clipse, Verstärkungsrippen und Führungen direkt in das Bauteil integriert. Die Clipse erleichtern die Montage, weil Verschraubungen zur Befestigung von Steuergeräten wegfallen können.

Bild: Pöppelmann Kunststofftechnik GmbH & Co. KG – 1 mm dicke  Modulträgerplatte für Mecedes Benz S Klasse. Einleger aus Tepex dynalite (links); verformter und überspritzter Einleger mit zahlreichen integrierten Funktionen (rechts). 

28.3.17
AK

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