Mit Mehlwürmern gegen Plastikabfall

Forschung an umweltfreundlichen Prozessen zum Kunststoffabbau.

Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, forscht an umweltfreundlichen Prozessen zum Kunststoffabbau und bedient sich dafür Mehlwurmlarven, die Plastik verwerten und als organische Substanzen wieder ausscheiden. Viele industriell genutzte Kunststoffe sind in der Umwelt nicht abbaubar. Beim Kampf gegen Plastikmüll setzen Forscher  neben Mikroorganismen, Pilzen oder isolierten Enzymen vermehrt auch auf Insekten: So zeigte eine spanische Forscherin, dass die Larven der Großen Wachsmotte Polyethylen  in relativ kurzer Zeit zersetzen können. Ähnliche Ergebnisse von Forschungsarbeiten am Fraunhofer-Institut  UMSICHT zeigten, dass Mehlwürmer Polystyrol abbauen können. Mehlwurmlarven haben auf ihrem Biofilm im Darm unterschiedliche Bakterien, die Polystyrol zersetzen.. Auf diese Weise können sich Mehlwürmer ohne großen Aufwand durch Styropor fressen und dabei den Kunststoff gleichzeitig auf natürlichem Wege abbauen.Geprüft wird jetzt, unter welchen Rahmenbedingungen die Mehlwurmlarven das Polystyrol optimal verwerten, wobei insbesondere der Einfluss der Umgebungstemperatur und der Luftfeuchtigkeit auf das Fressverhalten der Larven untersucht wird. In einem nächsten Schritt soll dann geprüft werden, ob sich die Ergebnisse von Polystyrol auch auf andere Massenkunststoffe übertragen lassen. Schließlich soll geprüft werden, ob die Darmbakterien der Mehlwurmlarven nach einer Extraktion vermehrt werden können und in Abbauprozesse in der Industrie, in Mülldeponien oder in Klärwerken eingesetzt werden können. Die Larven wandeln das Polystyrol in Biomasse für den eigenen Organismus um. Die Mehlwürmer lassen sich dann im Anschluss beispielsweise als hochwertiges Fischfutter weiterverwenden.Bild: Fraunhofer UMSICHT – Mehlwurmlarven in Messbecher mit Styropor. 

AK
4.6.17

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