Motorträger aus Kunststoff in neuer Mercedes GL-Klasse

Daimler verwendet im neuen Sechs-Zylinder-Dieselmotor der neuen Mercedes GL-Klasse Motorträger aus Polyamid. Gegenüber dem Vorgängerträger aus Aluminium bietet der Kunststoffträger bei gleicher Belastbarkeit bessere akustische Eigenschaften, höhere Wärmeisolierung und einen deutlichen Gewichtsvorteil.

Das Bauteil, das den Motor über das Motorlager abstützt, besteht aus Ultramid® A3WG10 CR, einer besonders hochverstärkten und auf hohe mechanische Lasten optimierten Polyamidspezialität der BASF, Ludwigshafen. Für die Konstruktion des Spritzgießwerkzeugs und die Fertigung der Kunststoff-Motorträger ist Joma-Polytec in Bodelshausen verantwortlich.Die Drehmoment- oder Pendelstützen, die bereits bei verschiedenen Automobilherstellern in Varianten aus Ultramid im Einsatz sind, übertragen nur die Kippmomente des Motors. Im Gegensatz dazu sind  Motorträger einer permanenten Last – dem Motorgewicht – ausgesetzt und müssen zusätzlich noch das gesamte Motordrehmoment abstützen. Sie bestanden bislang grundsätzlich aus Aluminium.Ultramid® A3WG10 CR ist sehr steif; und zeigt eine geringe Kriechneigung unter Dauerlast.   Der zentrale Vorteil des Ultramid-Motorträgers ist sein im Vergleich zur Aluminiumausführung gutes akustisches Verhalten. Die geringere Wärmeleitung des Kunststoffs gegenüber Aluminium schützt das aus Naturkautschuk hergestellte Motorlager besser vor der Motorhitze und erhöht seine Lebensdauer. Zu den zahlreichen Prüfungen, die das Kunststoffteil erfolgreich zu überstehen hat, gehört der sogenannteRepair-Crash, der kleinere Karambolagen nachstellt, ebenso wie der massive Offset-Crash (versetzter Frontalaufprall). Im ersten Fall muss der Träger unbeschädigt bleiben, im zweiten Fall muss er schnell und gezielt versagen, damit der Motor nicht in den Fahrgastraum eindringt.Bild: BASF SE – Motorträger aus Kunststoff

Erstellt am 18.03.2013

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