Neodym-Magnete recyceln

Wissenschaftler der Technischen Universität Bergakademie Freiberg haben ein Verfahren entwickelt – die sogenannte Feststoffchlorierung – bei der gemahlene Altmagneten mit Ammoniumchlorid vermischt werden.

Obwohl Seltene Erden mehr als 30 Prozent der Gesamtmasse von Neodym-Magneten (NdFeB) stellen, wird bislang nur etwa ein Prozent der Altmagneten recycelt. In dem neu entwickelten Verfahren setzt das Chlorid durch das Erhitzen im Drehrohrofen als Reaktorsystem Chlorwasserstoff frei, der die Metalle der Magneten in die Metallchloride überführt. Die Metallchloride können anschließend leicht in Wasser gelöst werden und zu den Einzelelementen aufgearbeitet werden.Bei diesem Verfahren fallen keine sauren Abwässer an, und auf eine teure Neutralisierung kann ebenfalls verzichtet werden. Das unverbrauchte Ammoniumchlorid gewinnen die Forscher dabei zurück, in dem sie den Gasstrom abkühlen. Der ebenfalls durch die Zersetzung entstehende Ammoniak wird aus der Gasphase abgetrennt und stellt ein verkaufsfähiges Nebenprodukt dar, welches sowohl den Preis für das Ammoniumchlorid als auch die Energiekosten überkompensiert.Gefördert wird das Projekt mit rund 870.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie durch zusätzliche Mittel der beteiligten Freiberger Unternehmen (rund 530.000 Euro). Die FNE Entsorgungsdienste Freiberg, die bereits  erfolgreich ein Verfahren für das Recycling von seltenerdhaltigen Leuchtstoffen im hohen Kilomaßstab umsetzen konnten, realisiert die Überführung aus dem Labormaßstab auf eine Demonstrationsanlage. Mit der Demonstrationsanlage können  zukünftig sowohl seltenerdhaltige Altmagnete als auch Leuchtstoffabfälle auf neuartige Weise und im zweistelligen Jahrestonnenmaßstab aufgearbeitet werden. Bild: Freiberger Projektgruppe für Neodym – Magnete Recycling20.9.16
AK

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