Neuer Werkstoff lässt Wasser und Öl abperlen

Im Labor des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ist es gelungen, superabweisende Oberflächen herzustellen, an denen sowohl Wasser als auch Öl abperlt.

Während an der Lotuspflanze nur Wasser abperlt, besteht in der Praxis der Wunsch nach Werkstoffen mit Oberflächen, an denen jegliche Art von Fremdstoffen abperlt.  Derartige Oberflächen haben sich jedoch im Praxiseinsatz bislang noch als unzureichend stabil herausgestellt. Vor allem die Empfindlichkeit gegen Abrieb erweist sich als ein großes Problem. Für die Weiterentwicklung dieser Stoffklasse mit „Lotus 2.0-Effekt“ hat nun das BMBF 2,85 Millionen Euro zur Verfügung gestellt mit dem Ziel, den neuen Werkstoff für universale Schutzbeschichtungen nutzbar zu machen.Um neben der Wasserabweisung auch das Abperlen von Öl zu ermöglichen, sind Werkstoffe auf der Basis hochfluorierter Polymere erforderlich. Kombiniert man die chemischen Eigenschaften von Fluorpolymeren mit der Rauigkeit der Lotuspflanze, erreicht man Oberflächen, von denen sowohl Wasser als auch Öle abperlen. Diese als „Fluoropor“ bezeichneten Polymere sollen die Herstellung des „Lotus 2.0-Effekts“ auf nahezu beliebigen Oberflächen ermöglichen.Mit „Fluoropor“ können universale Schutzbeschichtungen gegen jede Form von Verschmutzung hergestellt werden, beispielsweise für Auto-Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert und die im Winter nicht einfrieren. Der verarbeitenden Industrie könnten sehr feinporige Siebe zur Verfügung gestellt werden, die es dank ihrer Materialchemie und -struktur ermöglichen, Öl-Wasser-Gemische – die als Kühlschmierstoffe verwendet werden – wieder zu trennen.Bild: KIT/Rapp – Der neuartige Werkstoff „Fluoropor“ stößt Wasser (links) und Öl (rechts) gleichermaßen ab, sodass sie nicht haften oder die Oberfläche benetzen können.

Erstellt am 30.11.2014

 

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