PA aus Holzabfall

Biobasierte Kunststoffe umweltfreundlich produzieren

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, Stuttgart, haben ein Verfahren für die Umwandlung von Terpenen, sprich Reststoffen der Cellulosegewinnung aus Holz, zu Biotensiden, biobasierten Epoxiden oder Monomeren für besonders schlagfeste, kältestabile Polyamide entwickelt, das auf der K Messe in Düsseldorf vorgestellt wird.


Die Polyamide aus den terpenbasierten Monomeren Campherlactam und Caranlactam weisen aufgrund ihrer amorphen Eigenschaften eine hohe Transparenz auf. Aus den biobasierten Polyamiden lassen sich aber auch Produkte wie Folien, Textilien oder Klebstoffe herstellen.


Terpene sind ein nachwachsender Rohstoff, der als Abfallstoff der Zellstoffproduktion, aber auch in der Fruchtsaftindustrie in großen Mengen anfällt. Entsprechende Verbindungen können aus fossilen Grundstoffen nur sehr aufwändig hergestellt werden. Die besondere Terpen-Struktur ermöglicht es, Polyamide mit speziellen Eigenschaften, wie hohe Transparenz, herzustellen. Hierfür müssen die Terpene chemisch modifiziert werden. Durch Oxidation wird eine sogenannte Carbonylgruppe eingeführt, die in einer weiteren Reaktionsstufe zu einem Lactam, dem Monomerbaustein für Polyamide, umgesetzt werden kann. Auch hier zeigt das Fraunhofer-Verfahren Vorteile: Es sind weniger Syntheseschritte als üblicherweise erforderlich.


Bislang werden die biobasierten Kunststoffe noch im Labormaßstab hergestellt. Ziel ist es, das Verfahren in den Produktionsmaßstab zu überführen.


Foto: © Fraunhofer IGB – Verschiedene Rohstoffe als Grundbausteine für Kunststoffe.




19.10.2016/KK

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