Phosphat aus Sekundärrohstoffen

Forscher der TU Bergakademie Freiberg haben ein neues Verfahren entwickelt, um aus Sekundärrohstoffen Phosphat zu gewinnen.

Als Rohstoffquellen kommen phosphorhaltige Industrieabfälle, Aschen aus Tier- und Knochenmehl und perspektivisch auch Klärschlammatschen zum Einsatz. Nun soll das Verfahren auf einer Demonstrationsanlage mit einer Tagestonne an Einsatzstoff zur Marktreife gebracht werden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) fördern die Entwicklung mit insgesamt 1,26 Millionen Euro.Phosphat begegnet uns überall im Alltag. Knochen und Zähne bestehen zu einem Großteil aus Phosphat, in Lebensmitteln dient es meist als Verdickungs- und Konservierungsstoff sowie Geschmacksverstärker. Der mengenmäßig größte Anteil des produzierten Phosphats wird als Phosphorsäure zur Düngemittelherstellung und in der Industrie als Korrosionsschutzmittel eingesetzt. Bislang wird Phosphat bergmännisch aus dem Primärrohstoff Apatit gewonnen.  Verbrannte Knochen aus Schlachtabfällen, die sogenannte Knochenmehlasche, können nach dem Freiberger Verfahren dahingehend verarbeitet werden, dass eine hochwertige Phosphorsäure entsteht. Als Nebenprodukt entsteht Kalk- Ansonsten bleiben faktisch kaum weitere Rückstände übrig. Unter Zugabe eines Laugungsmittels wird das Phosphat aus der Asche chemisch herausgelöst. Die unlöslichen Bestandteile werden abfiltriert und unverbrauchtes Laugungsmittel zurück gewonnen – es kann erneut im Prozess eingesetzt werden. Im nächsten Prozessschritt fällt Kalk aus und wird von der Phosphorsäure abgetrennt. Mit diesem Verfahren können kostengünstig auch Produktionsrückstände der Lebensmittel- und Pharmaindustrie zu Phosphorsäure verarbeitet werden. Sogar die Leuchtstoffe aus gebrauchten Neonröhren wurden schon erfolgreich zu Phosphorsäure verarbeite. Bild: Forscher der TU- Bergakademie Freiberg machen aus Knochen hochwertige Phosphate
5.7.16
AK

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