Pkw – Frontendträger ohne Metall

Auch Pkw-Frontendträger lassen sich inzwischen als reine Kunststoffbauteile konstruieren. Das zeigt der neue Skoda Octavia. Sein Frontendträger besteht aus dem mit 60 Prozent
Glasfasern verstärkten Polyamid 6 Durethan DP BKV 60 H2.0 EF von LANXESS.

Besonderheit des Strukturbauteils ist, dass im Vergleich zu den wenigen Vollkunststoff-Frontendträgern, die es bisher überhaupt gibt, auch der bis zu den Kotflügelbänken reichende obere Querverbund des Bauteils vollständig ohne verstärkendeMetallbleche auskommt. Entwickelt hat das Leichtbauteil die Faurecia Kunststoffe Automobilsysteme GmbH, Ingolstadt. Ziel von Faurecia war, den Fertigungsprozess für den Frontend- Träger zu vereinfachen.   Große Herausforderung war dabei, die hohen Anforderungen an die Steifigkeit zu erfüllen – u.a. im Bereich des Kühlerlagers und des Haubenschlosses, auf die sehr hohe Kräfte wirken. So hat das Polyamid 6 im konditionierten Zustand bei Raumtemperatur einen E-Modul von 13.100 MPa (ISO 527-1,-2).Besonders „knifflig“ war die Auslegung des Querverbundes im Übergang zu den Kotflügelbänken. Für diesen Bereich, in den Aufnahmen für die Scheinwerfer und Haubenpuffer integriert sind, ist nur ein sehr kleiner Bauraum vorhanden, was eine sehr filigrane, aber dennoch hochbelastbare Konstruktion notwendig macht. Obwohl das Polyamid wegen seines hohen Glasfaseranteils eine deutlich höhere Dichte hat, fällt das Bauteil leicht aus. Grund dafür sind wiederum die deutlich besseren mechanischen Eigenschaften, aber auch das gute Fließverhalten des Werkstoffs, das sehr dünne Wanddicken ermöglicht. So gelang es, die Wanddicken in weniger belasteten Bereichen auf bis zu 1,8 Millimeter zu reduzieren. 

Neben den Aufnahmen für die Scheinwerfer sind in den Frontendträger per Spritzguss u. a. auch Aufnahmen für den Kühler, das Schloss, den Diebstahlschutz und die Luftführung integriert. Zudem wird das Bauteil direkt mit einer Dekorabdeckung versehen, so dass deren separate Montage entfällt. 


Bild: LANXESS – Frontendträger mit bis zu den Kotflügelbänken reichender oberer Querverbund des Bauteils ohne verstärkende Metallbleche.

Erstellt am 8.4.2013

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