Recycling schwarzer Polymere

Ein laserbasiertes Sortierverfahren macht jetzt das Trennen von Polymer-Arten auch in schwarzen Polymerteilchen möglich.

Die Trennung schwarzer Kunststoffteilchen nach Polymer-Sorten scheiterte bisher insbesondere an ihrer Lichtundurchlässigkeit. Hier versagen die üblichen spektroskopischen Methoden zur Sortenidentifizierung. Als Folge werden schwarze Kunststoffe bislang weitestgehend nicht in den Stoffkreislauf zurückgeführt, sondern thermisch verwertet. Somit wird lediglich etwa nur ein Drittel der anfallenden Kunststoffabfälle der stofflichen Wiederverwertung zugeführt.


Ein auf Laserbasis arbeitendes, neu entwickeltes Sortierverfahren erlaubt die sortenreine Trennung auch von schwarzen Kunststoff-Teilchen. Ein Laserstrahl regt die Außenelektronen der Atome der an der Oberfläche des Teilchens befindlichen Polymermoleküle zu einem höheren Energiezustand an. Das beim Rückfall auf die ursprüngliche Energiestufe emittierte Lichtspektrum stellt einen Fingerabdruck der entsprechenden Polymer-Art dar, auf Grund dessen eine gezielte Trennung der Sorten ermöglicht wird.


Für die technische Realisierung ist eine hohe Abtastfrequenz der Teilchen und Aufnahmegeschwindigkeit des emittierten Lichts in Kombination mit einer schnellen Verarbeitung der dadurch entstehenden Datenflut erforderlich. Die Firma Unisensor/Karlsruhe hat in dreijähriger Entwicklungsarbeit eine Pilotanlage erstellt, die problemlos schwarze Kunststoffteilchen mit einer Kapazität von bis zu 3 t/h sortenrein trennt. Voraussetzung sind vorbereitende Prozessschritte wie Metall- und Glasabscheidung, Wäsche der Teile und Schreddern. Geplant sind weitere Anlagen mit größerer Kapazität.


Bild: Unisensor Sensorsysteme GmbH – Die POWERSORT 200
Das auf Laserspektroskopie basierende Sortiersystem trennt bisher nicht separierbare Kunststoffe mit höchster Präzision und Geschwindigkeit. Es ermöglicht so die nachhaltige Rückgewinnung wichtiger Rohstoffe.


01.12.2015
GJ

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