Selbstprogrammierende Lackierzelle

Automatisierte Lackierung von Einzelstücken

Einen Lackierroboter zu programmieren lohnt sich nur dann, wenn zahlreiche baugleiche Teile spritzlackiert werden müssen. Mit der selbstprogrammierenden Lackierzelle SelfPaint können jedoch auch kleine Losgrößen bis hin zum Einzelstück  wirtschaftlich lackiert werden. Darüber hinaus ermöglicht die selbstprogrammierende Lackierzelle Einsparpotenzialen auf: 20 Prozent weniger Lack, 15 Prozent weniger Energie, fünf Prozent weniger Produktionszeit.Entwickelt wurde sie in den Fraunhofer-Instituten für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM und dem schwedischen Fraunhofer-Chalmers Centre for Industrial Mathematics FCC. Der automatische Lackierprozess besteht aus fünf Schritten. Zunächst wird das Bauteil dreidimensional gescannt. Die Scandaten bilden die Basis für eine fluiddynamische Simulation. Entsprechende Software simuliert die Flugbahn der Lackteilchen und bestimmt, welche Lack- und Luftmengen für die gewünschte Schichtdicke optimal sind. Aus diesen Simulationsdaten bestimmt das System im dritten Schritt die bestmögliche Roboterbahn für den Lackierprozess. Nun folgt der eigentliche Lackierprozess. In Schritt Nummer fünf wird schließlich die Qualität überprüft: Dabei wird die Dicke der Lackschicht mittels Terahertz-Technik berührungslos gemessen. Das Bauteil wird von Robotern gescannt, lackiert und auf die Qualität überprüft – ohne Zutun eines Mitarbeiters. Ende 2018 soll der gesamte Prototyp fertig sein – und der Lackiertechnik in der Produktion zu mehr Automatisierung und Flexibilität verhelfen.


Bild: © Foto Fraunhofer FCC – Multiphysikalische Simulation eines Hochrotationszerstäubers mit Kontaktaufladung zur Berechnung der Tropfenflugbahn am Beispiel einer Volvo V60 Karosserie.

10.8.17
AK

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