Seltene Erden aus Müll

Alte Smartphones, erloschene Neonröhren, aussortierte Computerbildschirme – all diese Geräte produzieren Leuchtstoffabfälle, die als gefährlicher Sondermüll bislang untertage deponiert werden.

Darin enthalten sind auch Seltene Erden und damit strategisch wichtige Metalle, die gerade in der IT-Branche dringend benötigt werden. Ein neues Verfahren, das die TU Bergakademie Freiberg zusammen mit den Firmen FNE Entsorgungsdienste Freiberg GmbH und NARVA Lichtquellen GmbH & Co. KG entwickelt hat, das sogenannte SepSelsa-Verfahren (Separation Seltener Erden aus entsorgungspflichtigen Abfällen in Sachsen), ermöglicht das Seltenerde-Recycling. Seine Bedeutung liegt darin, dass auf einfachstem Wege sämtliche Leuchtstoffe unabhängig von ihren Seltenerdgehalten hin aufgearbeitet werden können. Die Metalle werden in reiner Form ohne unzählige Trennstufen isoliert.Der Recycling-Prozess startet bei der Firma NARVA Lichtquellen, wo die Produktionsabfälle anfallen. Die Firma FNE Entsorgungsdienste arbeitet diese seltenerdhaltigen Leuchtstoffe dann weiter auf. Die bei FNE produzierten Rohprodukte werden an die Firma NARVA zurückgeliefert. Damit ist der Stoffkreislauf geschlossen und die Seltenen Erden können wieder für die Produktion von neuen Geräten eingesetzt werden. Mit dieser Technologie lassen sich in einem einzigen Schritt sogar die mit Quecksilber belasteten Leuchtstoffe umweltfreundlich aufarbeiten. Auch FeNdB-Magneten, die etwa für den Bau von Elektromotoren wichtig sind, lassen sich auf einfachem Wege ebenfalls wiederaufarbeiten.Das Verfahren wurde erfolgreich von der Universität zur Firma FNE Entsorgungsdienste GmbH transferiert. Dort wird es mittlerweile technisch umgesetzt. In der Zwischenzeit wurde die Technologie bereits weiterentwickelt. Hierzu soll ein Folgeprojekt beantragt werden.Bild: TUBAF/Martin Seifert – Reaktor-Rührkessel mit Leuchtstoffabfall und LaugungsmediumErstellt am 14.12.2014

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