Tempern von Silikonartikeln

WACKER, München, präsentierte auf der diesjährigen FAKUMA ein Verfahren zur thermischen Nachbehandlung von Siliconelastomeren.

Das Verfahren basiert auf dem Prinzip des Vakuumtemperns und nutzt ein Abluftrecycling zur Vermeidung von Abgasen. Dadurch lassen sich Siliconelastomere nicht nur energie- und kostensparender, sondern auch besonders sicher und nahezu emissionsfrei tempern. Herzstück des neuen Temperverfahrens ist ein spezieller Vakuumofen, der in Zusammenarbeit mit der Firma Eberl Trocknungsanlagen GmbH, Bodenkirchen, entwickelt wurde und auch dort in Lizenz hergestellt wird. Die Anlage wird bei Temperaturen zwischen 150 und 200 °C betrieben, arbeitet aber im Gegensatz zu herkömmlichen Temperöfen bei einem Betriebsdruck von lediglich 100 Millibar. Dadurch verringert sich der zur Belüftung des Ofenraums erforderliche Luftstrom erheblich. Eine weitere Besonderheit ist das integrierte Abluftrecycling. Der Luftstrom, der die freigesetzten niedermolekularen Bestandteile des Silicons beim Tempern aufnimmt, wird mittels Luftwäsche gereinigt und anschließend wieder in den Ofen zurückgeschleust. Dieser permanente Kreislauf funktioniert weitgehend verlustfrei und sorgt für eine nahezu vollständige Reduzierung von emissionshaltiger Abluft. Da alle Prozesse im Vakuum stattfinden, besteht keine Gefahr, dass sich Abgase entzünden. Gegenüber herkömmlichen Prozessen sinken die Gesamtemissionen beim Vakuumtempern um mindestens 70 %  und der Energiebedarf um 20 %. Die Eigenschaften der Formteile sind nach Vakuumtempern identisch mit denen von konventionell getemperten Teilen. Auch die gesetzlichen Auflagen für Siliconartikel für Lebensmittel oder medizinische Zwecke werden eingehalten.  

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